Tankstellen-Absatzkrise: Minus 44 Prozent bei Normalbenzin - DER SPIEGEL
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Tankstellen-Absatzkrise Minus 44 Prozent bei Normalbenzin

Verschmähtes Normalbenzin: Weil der Regulärkraftstoff seit einigen Wochen genauso viel kostet wie Super, ist der Absatz im Dezember um 44 Prozent eingebrochen. Doch die Deutschen tankten auch insgesamt weniger.
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Hamburg/ New York – Vor allem beim Normalbenzin machen sich die gestiegenen Ölpreise bemerkbar – kein Wunder, denn seit Mitte Dezember ist der Preis von Normal und Superbenzin identisch. Marktführer Aral hatte seit Ende November Normal- und Superbenzin zum gleichen Preis angeboten und sich damit nach zweiwöchigen Preiskämpfen im Markt durchgesetzt. Für den Autofahrer besteht nun kein Anreiz mehr, Normalbenzin zu tanken, da er zum gleichen Preis das höherwertige Superbenzin kaufen kann. Ohnehin liegt der Anteil der neu zugelassenen Autos, die Normalbenzin mit 91 Oktan vertragen, unter drei Prozent.

Doch auch insgesamt wurde im Dezember weniger an deutschen Zapfsäulen getankt als im Vorjahr: Der Superabsatz ging um sechs Prozent zurück, wie der Branchenverband MWV mitteilte. Beim Diesel lag der Rückgang bei acht Prozent. Allerdings wurde fast 15 Prozent mehr Heizöl verkauft - trotz Preisen in Rekordhöhe.

Über das Jahr gesehen fiel der Benzinabsatz um 4,2 Prozent auf 21,7 Millionen Tonnen. Der Absatz von Diesel stieg um 0,7 Prozent auf 29,3 Millionen Tonnen. Schon seit Jahren wird immer weniger Benzin und dafür mehr Diesel verkauft.

Branchenkenner vermuten seit längerem, die Ölkonzerne wollten Normalbenzin ganz abschaffen. Dann würden die Kosten sinken, weil weniger Zapfpistolen und weniger getrennte Tanks gebraucht würden.

Bisher erklären die Konzerne, sie würden Normal im Programm lassen, so lange die Kunden es nachfragten. Aus technischer Sicht gibt es nach der Preisangleichung allerdings keinen Grund, Normal statt Super zu tanken. Ein Liter Super kostet nach Angaben des Fachdienstes EID derzeit 1,39 Euro, Diesel 1,29 Euro. Heizöl lag bei 73 Cent.

Unterdessen fiel der Ölpreis zeitweise unter 94 Dollar. Gestern Abend brach der Preis je Barrel (159 Liter) um fast zwei Dollar auf 93,71 Dollar ein, stieg heute dann aber wieder etwas über 94 Dollar.

Der Markt wird von zwei widerstreitenden Einschätzungen geprägt: Einerseits herrscht Furcht vor einer Rezession in den USA, was den Ölpreis drückt. Andererseits besteht die Hoffnung, alles werde schon nicht so schlimm kommen. Denn gestern hatte der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke eine weitere Zinssenkung in Aussicht gestellt. Kurz nach Jahresbeginn hatte Öl ein Allzeithoch von mehr als 100 Dollar erreicht.

ase/AP