Tankstellen Dea droht das Aus
Düsseldorf - Der Konzern habe nun zwei starke Marken in Deutschland und müsse sehen, wie er diese positionieren könne, sagte der Chef des Bereichs Oil Products bei Royal Dutch/Shell, Paul Skinner, dem "Handelsblatt". "Es würde mich aber nicht überraschen, dass dies am Ende die totale Integration von DEA in den Shell-Bereich bedeutet."
Einen weiteren Stellenabbau schloss Skinner ebenfalls nicht aus, dies soll seinen Worten zufolge jedoch nicht im großen Stil geschehen und keine wirkliche Überraschung bringen.
Nach der Übernahme von 3.200 DEA-Tankstellen von RWE im vergangen Jahr hatte der Shell-Konzern rund 10 Prozent der Stellen gestrichen.
Gutes Quartal, schlechtes Jahr
Royal Dutch/Shell gab am Donnerstag die Zahlen für das vierte Quartal bekannt. Dank hoher Ölpreise konnte der Konzern seinen Gewinn deutlich steigern. Zu laufenden Wiederbeschaffungskosten sei der Überschuss um 46 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der weltweit zweitgrößte Ölkonzern mit. Analysten hatten im Schnitt mit 2,7 Milliarden Euro gerechnet.
Im Gesamtjahr sank der Gewinn allerdings um 23 Prozent auf 9,218 Milliarden Dollar. Als Erklärung nannte das Unternehmen die schwache Marge bei Ölprodukten. Für 2003 peilt der Ölkonzern einen Ausstoß von 4,1 Millionen Barrel (Fass je 159 Liter) pro Tag und damit einen neuen Produktionsrekord an.
Sicherheit vor Profit?
Hinsichtlich der Irak-Krise gab sich Royal Dutch/Shell betont zurückhaltend. Pläne für Investitionen nach einem möglichen Krieg gebe es nicht. Er habe keine Gespräche mit der britischen Regierung geführt, sagte Chairman Philip Watts am Donnerstag. Der Irakkonflikt sei eine sehr ernste Angelegenheit, die von den Regierung und den Vereinten Nationen gehandhabt werden sollte. Für Royal Dutch/Shell stehe die Sicherheit der weltweit rund 100.000 Angestellten an erster Stelle.
Börsianer hatten das Unternehmen zuletzt kritisiert, weil Royal Dutch/Shell bei der Erschließung neuer Ölquellen nicht vorankommt. Lediglich die teure Übernahme von Enteprise Oil konnte bisher verdecken, dass die Ölvorräte des Konzerns zur Neige gehen.
Ein Engagement im Irak wäre daher sehr interessant. Die dortigen Ölreserven sind mit einem Anteil von 11 Prozent weltweit die zweitgrößten nach Saudi-Arabien. Es gibt 73 bekannte Ölfelder im Irak, wovon nur ein Drittel in die Ölförderung eingebunden sind.