Tarif-Streit: Verheugen warnt vor sinkenden Löhnen - DER SPIEGEL
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Tarif-Streit Verheugen warnt vor sinkenden Löhnen

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Günter Verheugen, ist besorgt über die Lohnentwicklung. Deutlich pochte er auf das Recht der Arbeitnehmer, am Wirtschaftswachstum teilzuhaben.
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Berlin - Angesichts der laufenden Tarifauseinandersetzungen warnte Verheugen vor einem Lohnkostenwettbewerb nach unten. Verheugen sagte der Zeitung "Die Welt", die deutschen Gewerkschaften hätten in den vergangenen Jahren in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation Verantwortung für das Gesamtwohl gezeigt. Wenn die Wirtschaft wieder wachse, hätten die Arbeitnehmer auch ein Recht darauf, daran teilzuhaben.

Er plädiere deshalb für reale Lohnzuwächse. Deutschland könne nicht mit den asiatischen oder osteuropäischen Volkswirtschaften in einen Lohnkostenwettbewerb nach unten treten. Zugleich warnte der EU-Industriekommissar davor, die Bedeutung der Löhne für die Kosten von Unternehmen überzubewerten. Der wirtschaftliche Erfolg einer Volkswirtschaft hänge nur zu einem sehr geringen Teil vom Lohn ab, viel stärker dagegen von der Innovationsfähigkeit. Zudem sei der Anteil der Löhne an den Gesamtkosten in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen deutlich zurückgegangen, und er werde weiter sinken.

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck plädiert für deutliche Lohn- und Gehaltssteigerungen. Es gelte immer noch der "alte Satz von Henry Ford, dass Autos keine Autos kaufen", sagte Struck der "Welt am Sonntag". Menschen kauften Autos. Damit sie das können, brauchten sie Arbeit und "mehr Geld in der Tasche". Die Lohnentwicklung der vergangenen Jahre sei für die Inlandsnachfrage "sicher nicht förderlich" gewesen.

mgb/ddp