Tarifeinigung: Ärzte streiken trotzdem weiter - DER SPIEGEL
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Tarifeinigung Ärzte streiken trotzdem weiter

Trotz der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst will die Ärztegewerkschaft Marburger Bund ihre Streiks an Unikliniken fortsetzen - mit einer kleinen Pause von einer Woche. Der Verhandlungsführer der Länder verlangt, dass der Kompromiss auch für die Ärzte gelten solle.
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Frankfurt am Main - "Dieser Tarifvertrag hat keine Geltungswirkung für uns", erklärte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, im Westdeutschen Rundfunk. Der Verhandlungsführer der Länder und niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring geht allerdings davon aus, dass mit dem Potsdamer Abschluss auch der Konflikt mit den Uni-Ärzten beigelegt ist.

"Wir haben jetzt einen sehr fairen Vertrag abgeschlossen, der die Leistungen der Mediziner angemessen honoriert." Aufgrund der Einigung bestehe nun "Friedenspflicht"; die Streiks müssten deshalb jetzt beendet werden, sagte Möllring im NDR. Der "Bild am Sonntag" sagte Möllring: "Wir sind mit dem Tarifvertrag den Forderungen der Ärzte zu 95 Prozent nachgekommen. Die Fortsetzung des Streiks kann ich daher nicht nachvollziehen".

Montgomery wies dies zurück: Die Ärztevertretung habe sich aus der Tarifgemeinschaft mit Ver.di gelöst. Ver.di vertrete lediglich 600 Ärzte, der Marburger Bund 105.000. "Man könnte dann wegen der vielen Ärzte, die nebenher noch Taxi fahren, auch einen Tarifvertrag mit der Taxifahrergenossenschaft machen. So kommt Herr Möllring nicht durch", sagte Montgomery.

Am Montag soll der Streik für eine Woche unterbrochen werden. Damit könnten wegen des Arbeitskampfes verschobene Operationen nachgeholt werden, sagte Montgomery der Nachrichtenagentur Reuters. Möllring erhalte so auch die "Chance, von seiner Betonköpfigkeit abzurücken und zu Verhandlungen zurückzukehren". Die Streiks würden nach der Pause in unverminderter Intensität wieder aufgenommen. "Ab dem 29. Mai werden alle wieder bestreikt", sagte Montgomery. Die Streikpause gelte nicht für Baden-Württemberg. Dort hätten die Ärzte entschieden, die Arbeit auch kommende Woche ruhen zu lassen.

Der Einigung von Potsdam zufolge sollen Berufsanfänger unter den Ärzten im ersten Jahr 510 Euro monatlich mehr bekommen, die Gehälter von Fachärzten steigen auf bis zu 5500 Euro und die der Oberärzte auf bis zu 6800 Euro monatlich. Funktionsdienstzulagen für spezielle Schwestern- und Pflegekräfte werden demnach auf 90 Euro im Monat verdoppelt.

Jul/ap/AFP/