Tarifgespräche abgebrochen Lufthansa vor neuem Streik
Wiesbaden - "Eine Einigung vor Donnerstag erschien nicht mehr möglich", sagte Cockpit- Verhandlungsführer Michael Tarp im Wiesbadener Verhandlungshotel. Beide Seiten kündigten weitere Dialogbereitschaft an, ein Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme der Gespräche ist aber ungewiss.
Lufthansa-Sprecher Klaus Walther bedauerte das Ergebnis der Verhandlungen. "Wir bedauern sehr, dass unsere Kunden und Passagiere erneut in Mitleidenschaft gezogen werden." Die Lufthansa sei mit einem "striktem Einigungswillen" in die Verhandlungsrunde gegangen und habe auch ein neues Angebot vorgelegt. Im Schnitt sei für das Jahr 2000 10,6 Prozent mehr Lohn und zwei Monatsgehälter zusätzlich für die 4200 Piloten und Copiloten angeboten worden. Dieses neue Angebot nannte Tarp "unzureichend".
Cockpit fordert durchschnittlich 30 Prozent mehr Lohn. Lufthansa hatte nach eigenen Angaben zuletzt jedoch lediglich eine Erhöhung von 7,1 bis 18 Prozent angeboten. Cockpit-Vertreter Tarp sprach nach dem Ende der Gespräche von durchschnittlichen Steigerungen von zwei Prozent, die Lufthansa für eine Laufzeit von vier Jahren angeboten habe.
Bereits am Montag hatten beide Seiten rund 12 Stunden lang um höhere Gehälter gerungen. Für einen Erfolg weiterer Verhandlungen sei ein neues Angebot der Lufthansa "unabdingbar", sagte Tarp. Eine Basis für neue Gespräche könne gefunden werden. Lufthansa-Sprecher Walther sagte, das Unternehmen werde alles dafür tun, um die Auswirkungen des für 24 Stunden angekündigten Arbeitskampfes in Grenzen zu halten.
Am vergangenen Freitag waren wegen des ersten Streiks mehr als 300 Lufthansa-Flüge ausgefallen. Nach Schätzungen kostete die Arbeitsniederlegung rund 40 Millionen Mark.