Tarifkonflikt Arbeitgeber fressen Kreide
Bremen - Hauptschlichter Koschnick (SPD) sprach nach Angaben aus Teilnehmerkreisen am Freitag zunächst mit Vertretern der Arbeitgeber von Bund, Ländern und Gemeinden, um Kompromissmöglichkeiten auszuloten. Später wollte er Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern führen. Nach eigenen Angaben rechnet Koschnick nicht vor Sonntag mit einem Ergebnis. Bis dahin verhandele die 20-köpfige Kommission hinter verschlossenen Türen und wolle keine Zwischenergebnisse bekannt geben.
Die Arbeitgeber hatten am ersten Tag der entscheidenden Runde bereits von Annäherungen berichtet. Sachsens Finanzminister Horst Metz (CDU) hatte gesagt, die Gewerkschaften akzeptierten einige Forderungen der Arbeitgeber: "Die Atmosphäre beginnt sich zu entkrampfen". Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD) betonte, "wir wollen keinen Streik" und sagte, man sei einigungsbereit. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es indes, die Positionen lägen nach wie vor weit auseinander. Man wolle aber alles tun, um zu einer Lösung zu kommen.
Die als Schlichter berufenen früheren Bürgermeister von Bremen und Leipzig, Koschnick und Hinrich Lehmann-Grube, wollen bis zum Wochenende eine Schlichtungsempfehlung vorlegen. Bund, Länder und Gemeinden hatten zuletzt eine zweistufige Anhebung der Löhne und Gehälter um zunächst 0,9 und später 1,2 Prozent vorgeschlagen.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di beharrte dagegen auf ihrer Forderung nach mindestens dreiprozentigen Einkommenssteigerungen. Koschnick hatte am Donnerstag gewarnt, die Tarifparteien könnten auf einen "großen Knall" zusteuern, weil die Positionen noch weit auseinander lägen.