Tarifkonflikt Gewerkschaft will Ärztestreik ausweiten
Düsseldorf - Ab Morgen wollen die Ärzte die Streiks an Unikliniken und Landeskrankenhäusern ausweiten und verschärfen, sagte der Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Athanasios Drougias heute. Es seien Arbeitsniederlegungen an rund 40 Kliniken vorgesehen.
Drougias kündigte an, in vielen Kliniken würden die Ärzte ihre Arbeit unbefristet niederlegen. Der Arbeitskampf der Mediziner in den Unikliniken und Landeskrankenhäusern werde so lange fortgesetzt, bis es eine Einigung zwischen Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gebe.
Gestern hatten sich in Hannover der Chef des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, und der TdL-Vorsitzende Hartmut Möllring (CDU) zu einem Sondierungsgespräch getroffen. Beide Seiten bezeichneten das Treffen anschließend als konstruktiv. Möllring ist seinem Sprecher zufolge gar "vorsichtig optimistisch", dass der Streik der Uni-Ärzte bald beendet werden könnte.
Der Marburger Bund will morgen Nachmittag in Frankfurt das Gesprächsergebnis bewerten und entscheiden, ob auf dieser Grundlage eine Einigung im Tarifkonflikt möglich sei. Dann soll auch entschieden werden, ob zusätzlich zu den Unikliniken kommunale Kliniken bestreikt werden. Gewerkschaftschef Montgomery hatte am Freitag angekündigt, dass es bereits in der kommenden Woche zu ersten Warnstreiks in den kommunalen Häusern kommen könnte.
Schon seit Monaten streiken Ärzte an Unikliniken und an Krankenhäusern, die in der Trägerschaft der Länder sind. Der Marburger Bund will einen eigenen Tarifabschluss für die rund 22.000 Mediziner an Uni- und Landeskliniken erreichen. Er fordert 30 Prozent höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen. Die Verhandlungsführer der Länder wiederum bestehen darauf, dass die Ärzte einen zuvor mit ver.di ausgehandelten Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst akzeptieren. Diesem Abschluss zufolge sollen Uni-Ärzte 23 Prozent mehr verdienen.
str/ddp/AP