Tarifkonflikt Streik bei Lufthansa abgewendet
Frankfurt am Main - Der Einigung waren monatelange zähe Verhandlungen vorausgegangen. Neben der Gehaltserhöhung um 4,2 Prozent ab Januar 2009 handelten die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und Lufthansa für die rund 16.000 Beschäftigten eine Erfolgsbeteiligung für 2008 von bis zu drei Prozent eines Jahresgehalts aus. Auch auf die von der Gewerkschaft verlangten verbesserten Arbeitsbedingungen habe man sich geeinigt.
Der Vertrag würde bis zum 28. Februar 2010 gelten, steht aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien der Gewerkschaften und des Lufthansa-Konzerns. Dieser will am Mittwoch seine Bilanz für 2008 vorstellen.
Noch am Montag hatten die bei der Ufo organisierten Flugbegleiter mit einer Mehrheit von 96 Prozent für einen unbefristeten Arbeitskampf gestimmt. Im Hintergrund waren die Verhandlungen aber weitergegangen. Der Streik soll bereits für Mittwoch geplant gewesen sein.
Lufthansa-Beschäftigte: Tarifstreit zur Unzeit
Foto: APDie Tarifauseinandersetzung kam für die Lufthansa zur Unzeit. Die größte deutsche Fluggesellschaft hatte im Februar im Vergleich zum Vorjahr mit einem Passagierrückgang von 9,3 Prozent auf 4,68 Millionen zu kämpfen, wie Lufthansa am Dienstag mitteilte. Die Auslastung der Maschinen ging weiter zurück, obwohl die Airline ihr Angebot bereits deutlich zurückgeschraubt hatte. Grund für die Rückgänge ist die schwächelnde Wirtschaft: Wichtige deutsche Branchen wie die Autoindustrie befinden sich seit Monaten in der Krise und sparen deshalb - vor allem auch bei Geschäftsreisen. Zudem hatte der Februar 2008 einen Tag mehr.
Den Abschwung bekommen auch andere deutsche Fluggesellschaften und die europäische Konkurrenz zu spüren. Bei Air Berlin ging die Zahl der Passagiere im Februar um 8,5 Prozent zurück. Der europäische Lufthansa-Konkurrent Air France-KLM verbuchte ein Minus von 8,1 Prozent.
Am deutlichsten ging die Nachfrage bei der Lufthansa auf den Strecken nach Amerika zurück. Hier sank die Zahl der Passagiere um gut 13 Prozent. Im Frachtgeschäft war die Wirtschaftskrise ebenfalls zu spüren: Bei der Tochter Lufthansa Cargo ging die Nachfrage um knapp ein Viertel auf 109.000 Tonnen zurück.
Analysten zeigten sich durch die Rückgänge nicht beunruhigt. Die negative Entwicklung sei angesichts des schwierigen Umfelds erwartet worden, schrieb DZ-Bank-Analyst Robert Czerwensky.