Tarifrunde: IG-Metall-Chef Huber will üppigen Lohnzuwachs - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tarifrunde IG-Metall-Chef Huber will üppigen Lohnzuwachs

Die düsteren Konjunkturprognosen interessieren Berthold Huber nicht. Der IG-Metall-Chef will mit einer kräftigen Lohnforderung in die Tarifverhandlungen gehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München/Berlin - Noch bezifferte IG-Metall-Chef Berthold Huber die Forderung nicht genau. Allerdings wolle er auf jeden Fall deutlich mehr verlangen als in der Tarifrunde zuvor, kündigte Huber in der "Süddeutschen Zeitung" an. Im vergangenen Jahr hatten die Metallarbeitnehmer 6,5 Prozent mehr Geld gefordert. Der Gewerkschaftsvorstand will laut Huber im September eine Empfehlung abgeben.

"Den Leuten reicht keine Lohnerhöhung von vier Prozent. Das wären der gesamtwirtschaftliche Produktivitätsfortschritt von 1,5 Prozent plus eine durchschnittliche Preissteigerung von 2,5 Prozent. Das entspricht nicht den Erwartungen der Menschen", sagte Huber der Zeitung. Die IG Metall werde sich "von den Unkenrufen über die angeblich schlechten Aussichten nicht abhalten lassen, einen gerechten Anteil für die Beschäftigten zu verlangen".

Die sich abzeichnende Auseinandersetzung wird unter ungünstigen Rahmenbedingungen stattfinden. Denn einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge kühlt die deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal weiter ab. Demnach ging die Wachstumsrate im Vergleich zum Vorquartal offenbar um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte zurück, schreibt das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Das Statistische Bundesamt will die Zahlen am morgigen Donnerstag offiziell vorstellen.

Als Grund für den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts wird unter anderem der milde Winter genannt. Das warme Wetter habe besonders in der Bauwirtschaft dazu geführt, dass Aufträge schon im ersten Quartal abgewickelt wurden, die sonst erst im weiteren Jahresverlauf zu Buche schlagen.

mik/AFP/dpa-AFX/ddp