Tarifrunde IG Metall will vier Prozent mehr
Berlin - Die lokalen Forderungsempfehlungen, über die die große Tarifkommission der Gewerkschaft zu entscheiden habe, lägen zum Teil sogar bei fünf Prozent, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben der Gewerkschaftsbasis im Pilotbezirk Baden-Württemberg.
Den Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück zitierte die Zeitung mit den Worten: "Zuletzt blieb netto nichts mehr übrig, das Sparprogramm der Koalition frisst noch mehr Kaufkraft weg. Um die Binnenkonjunktur in Wallung zu bringen, brauchen die Leute mehr statt weniger Geld in den Taschen."
Anfang des Monats hatte IG-Metall-Chef Jürgen Peters gesagt, die bisherige Lohnzurückhaltung habe sich nicht ausgezahlt. Er hatte betont, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer den Druck steigern werde, einen Teil der Preissteigerungen über die Löhne wieder herein zu holen.
EZB warnt vor Inflationsrisiken
Der Tarifvertrag in der Metallindustrie läuft Anfang 2006 aus. Die IG Metall wird ihre Lohnforderung für die kommende Tarifrunde voraussichtlich im Dezember aufstellen. Einzelne Bezirkschefs hatten für eine Tarifforderung von vier Prozent plädiert.
Führende Mitglieder der Europäischen Zentralbank haben vor sogenannten Zweitrundeneffekten wie etwa hohen Lohnabschlüssen gewarnt, die sich aus den hohen Energiepreisen und gestiegenen Lebenshaltungskosten ergeben könnten. Dies könne die Preissteigerung noch weiter befördern.
Angesichts von Warnungen vor Inflationsrisiken erwarten Experten eine baldige Zinserhöhung der Zentralbank.