Tarifstreit: Bahn droht mit Abbau von 8000 Stellen - DER SPIEGEL
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Tarifstreit Bahn droht mit Abbau von 8000 Stellen

Säbelrasseln vor der nächsten Verhandlungsrunde: Die Bahn hat vor dem morgigen Spitzengespräch die Forderungen von Transnet und GDBA zurückgewiesen. Sieben Prozent mehr Lohn, so die Drohung, würden 8000 Arbeitsplätze kosten.
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Berlin - "Ich warne die Gewerkschaften deshalb vor überzogenen Lohnforderungen. Auf den Beschäftigungspakt, den wir 2005 geschlossen haben, müssen wir dann verzichten", sagte Personalvorstand Margarete Suckale der der "Welt am Sonntag". Der Pakt sieht vor, dass bei moderaten Tariferhöhungen bis 2010 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind.

"Mit dem Angebot von 3,4 Prozent haben wir unsere Schmerzgrenze schon lange überschritten. Das ist uns schon sehr, sehr schwer gefallen. Jeder Prozentpunkt entfernt uns von unseren Wettbewerbern, die uns die Aufträge wegnehmen werden", sagte Suckale. Spielraum gebe es nur noch bei den Mindestleistungen. Zudem könne man noch über eine Verlängerung der Laufzeit sprechen. Für die nächste Verhandlungsrunde morgen Abend zeigte sich Suckale dennoch optimistisch. "Ich glaube an die Vernunft der Gewerkschaften."

Die Bahn und die beiden Gewerkschaften Transnet und GDBA werden morgen Nachmittag zur fünften Verhandlungsrunde zusammenkommen. Auch die Tarifkommission trifft sich. Sowohl Bahn als auch Transnet hoffen auf eine Einigung. "Das Angebot der Bahn ist so, dass wir Chancen sehen, zu einem Ergebnis zu kommen", sagte Transnet-Chef Norbert Hansen dem "Tagesspiegel am Sonntag". Deshalb verzichte Transnet zusammen mit der Gewerkschaft GDBA auf weitere Warnstreiks im Gegensatz zur Lokführergewerkschaft GDL, die einen eigenen Tarifvertrag anstrebt.

"Forderungen der Lokführer völlig indiskutabel"

Der Konzern hatte für alle 134.000 tariflich Beschäftigten der Bahn am Donnerstag ein höheres Angebot vorgelegt. Danach sollen die Einkommen im Januar 2008 um 3,4 Prozent angehoben werden bei einer Vertragslaufzeit bis Juni 2009. Außerdem schlug die Bahn eine Einmalzahlung von 450 Euro pro Mitarbeiter für die Monate Juli bis Dezember 2007 vor. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld für zwölf Monate, mindestens jedoch ein Plus von 150 Euro pro Monat.

Die Forderung der Lokführer nach einem gesonderten Tarifvertrag und 31 Prozent mehr Gehalt wies die Bahn erneut zurück. "Das ist völlig indiskutabel. Es kann nicht sein, dass eine Berufsgruppe auf Kosten der anderen privilegiert wird", sagte Suckale. Einen gesonderten Tarifvertrag schloss sie aus. "Wir bauen jetzt darauf, dass es kommenden Freitag im ersten Gespräch zu einer vernünftigen Entwicklung kommt." Die Lokführergewerkschaft GDL hat für kommende Woche weitere Warnstreiks angekündigt.

sam/dpa