Tarifstreit bei VW IG Metall rüffelt Minister
Hannover - Die Äußerungen von Hirche seien eine "unerträgliche und einseitige Einmischung", empört sich IG-Metall-Funktionär Hartmut Meine. Der Gewerkschaftsführer des Tarifbezirks Niedersachsen ärgert sich über eine Äußerung des FDP-Politikers in der "Berliner Zeitung" zu den Tarifverhandlungen bei VW . Hirche hatte sich mit den Worten zitieren lassen: "Die vom Vorstand verlangten 30 Prozent Kosteneinsparung bis 2011 sind notwendig, um den Konzern für die Zukunft zu rüsten." Niedersachsen ist mit 18 Prozent größter Anteilseigner des Automobilkonzerns.
"Die IG Metall braucht diese Ratschläge nicht, zumal sie sich völlig einseitig gegen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Volkswagen wenden", sagte Meine. Hirche solle sich aus tarifpolitischen Fragen heraushalten.
Auf scharfe Kritik stieß der Vorstoß des Wirtschaftsministers auch beim niedersächsischen Oppositionsführer Sigmar Gabriel. Es sei bisher "gute Tradition" im Lande, dass sich die Landesregierung als Anteilseigner aus den Tarifgesprächen beim Volkswagen-Konzern heraushält. Hirche zeige mit seinem Äußerungen, "dass ihm persönliche Profilierung wichtiger ist als das Interesse des Konzerns und der VW-Mitarbeiter".
Schon der Vorstoß von Ministerpräsident Christian Wulff vor kurzem zur Einführung der generellen 40-Stunden-Woche bei Volkswagen hätte weit über 20.000 Arbeitsplätze gefährdet, sagte Gabriel. "Das öffentliche Gerede von Vertretern der Landesregierung in Sachen VW muss ein Ende haben", forderte er.