Tarifstreit Die Herkules-Aufgabe des Schlichters
Berlin/Bremen - Im ARD-Morgenmagazin sagte Koschnick (SPD) wenige Stunden vor Beginn der zweiten Schlichtungsrunde in Bremen, der Unterschied zwischen den Tarifpartnern sei noch sehr groß.
Zugleich kritisierte der frühere Bremer Bürgermeister die Position beider Seiten als unhaltbar. Die Arbeitgeber aus Bund, Ländern und Gemeinden hätten alles in allem keine zwei Prozent angeboten. Zusammen mit den Kompensationsforderungen "wäre es fast auf null gegangen. Etwas, was für Gewerkschaften wirklich nicht akzeptabel ist."
Die Forderungen der Gewerkschaft Ver.di und des Beamtenbundes wiederum seien ebenfalls unrealistisch. Sie stünden "nicht in einem Zusammenhang mit der konkreten Kassenlage auf der öffentlichen Seite", sagte Koschnick diplomatisch.
Koschnick kündigte an, er werde versuchen, gemeinsam mit dem von der Arbeitgeberseite berufenen SPD-Politiker und früheren Leipziger Oberbürgernmeister Hinrich Lehmann-Grube, "einen Vorschlag vorzulegen, mit dem beide ihre Probleme haben werden".
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst waren am 19. Dezember bereits in der zweiten Runde gescheitert. Ver.di verlangt für die rund drei Millionen Arbeiter und Angestellten von Bund, Ländern und Gemeinden mindestens drei Prozent mehr Lohn und Gehalt. Außerdem fordert sie eine Anpassung der Osttarife an das Westniveau bis 2007.
Die Arbeitgeber hatten immer wieder auf leere Kassen hingewiesen und zuletzt eine zweistufige Anhebung der Einkommen um 0,9 und 1,2 Prozent angeboten.