Tarifstreit: IG Metall kündigt erste Warnstreiks an - DER SPIEGEL
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Tarifstreit IG Metall kündigt erste Warnstreiks an

In der Metalltarifrunde haben die Arbeitgeber ihr erstes Angebot vorgelegt. Die IG Metall spricht von einer "Frechheit und Beleidigung unserer Leute".
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Böblingen - Die Arbeitgeber boten eine Lohnsteigerung von 1,2 Prozent. Die IG Metall, die mit über 1000 Mitgliedern vor dem Verhandlungslokal demonstrierte, lehnte das Angebot ab. Die Gewerkschaft fordert für die 3,5 Millionen Beschäftigten vier Prozent mehr Geld. Die Gespräche im baden-württembergischen Bezirk Böblingen wurden daraufhin auf kommenden Dienstag vertagt.

IG-Metall-Vize Berthold Huber bezeichnete die Offerte als "Frechheit und Beleidigung für unsere Leute". Sie sei "meilenweit entfernt von einer Grundlage für ernsthafte Verhandlungen". Huber forderte die Arbeitgeber auf, bis zum Ende der Friedenspflicht kommenden Mittwoch ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Der Stuttgarter Bezirksleiter Jörg Hofmann kündigte massive bundesweite Warnstreiks an und bezeichnete das Angebot als "unzumutbar" und "Schlag ins Gesicht der Beschäftigten". Es sichere nicht einmal den Ausgleich des Preisanstiegs.

Das Angebot umfasst neben der Lohn- und Gehaltserhöhung die Forderung nach einer Erhöhung der Arbeitszeit um bis zu fünf Stunden bei vollem, teilweisem oder gar keinem Lohnausgleich. Die genaue Ausgestaltung sollen die Betriebsparteien vor Ort vereinbaren. Der Tarifvertrag über die freiwilligen Öffnungsklauseln soll eine Laufzeit von drei Jahren haben. Hofmann forderte die Arbeitgeber auf, einen Abschluss zu Entgelterhöhungen nicht mit Forderungen zur "Arbeitszeitverlängerung und Lohnsenkungen" zu verknüpfen. "Bleiben sie dabei, rückt ein Tarifabschluss in freien Verhandlungen in weite Ferne", sagte Hofmann. Die IG Metall sei grundsätzlich zu Gesprächen über flexiblere Arbeitszeiten bereit. "Wir verhandeln diese Fragen aber nicht unter dem Druck eines Junktims der Arbeitgeber, dafür sind sie zu wichtig für die Zukunftsfähigkeit unserer Branche." Eine Verlängerung der Arbeitszeit würde nochmals Tausende Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit treiben.

Der Verhandlungsführer des regionalen Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Otmar Zwiebelhofer, betonte, der Flächentarifvertrag müsse dringend durch betriebliche Gestaltungsspielräume modernisiert werden. So würden die Betriebe bei den Arbeitskosten entlastet. "Ein weiteres Draufsatteln wie in Zeiten kräftigen Wachstums wäre ein unverantwortliches Spiel mit dem Lebensstandard und Arbeitsplätzen in Deutschland", sagte Zwiebelhofer.