Tarifstreit: Klinikärzte schmettern neues Angebot ab - DER SPIEGEL
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Tarifstreit Klinikärzte schmettern neues Angebot ab

Eine Zumutung: So lautete die prompte Antwort der Klinikärzte auf ein neues Tarif-Angebot, das die kommunalen Kliniken heute vorlegten. Denn für mehr Geld sollen die Mediziner nach dem Willen der Arbeitgeber auch länger arbeiten.
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Wiesbaden - Noch ist man nicht am Ende der Gespräche: Am 3. April wollen sich die Vertreter des Marburger Bunds und der kommunalen Kliniken wieder an einen Tisch setzen. Doch es sieht nicht gut aus. Der Verhandlungsführer der Ärzte, Lutz Hammerschlag, bezeichnete das neue Tarifangebot der Arbeitgeber als "absolut enttäuschend und unbefriedigend".

Zuvor hatte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) den 55.000 Mediziner Entgeltsteigerungen zwischen vier und 4,5 Prozent angeboten. "Und das, nachdem die Ärzte in 2006 bereits eine überproportionale Einkommensteigerung erfahren haben", betonte VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg. Für die Gehaltssteigerungen sollen die Ärzte aber auch mehr arbeiten - ab Juli eine und ab Januar 2009 eine weitere halbe Stunde mehr. Ein Prozent des Gehalts der Ärzte soll künftig zudem nach Leistung ausgeschüttet werden. Laut Finklenburg sollen die Ärztegehälter so im Gleichklang mit den Gehältern der Pflegekräfte steigen, für die die Gewerkschaft Ver.di verhandelt.

Der Marburger Bund kritisiert, die Ärzte sollten die angebotene marginale Gehaltserhöhung durch eine höhere Arbeitszeit selbst finanzieren. Auf 24 Monate gerechnet enthalte die Offerte eine durchschnittliche Steigerung von unter zwei Prozent bei gleichzeitiger Steigerung der Wochenarbeitszeit um 3,75 Prozent auf 41,5 Stunden. Der Stundenlohn der Klinikärzte werde damit abgesenkt. Die Arbeitgeber trieben mit ihrem Angebot den Unmut der Mediziner auf die Spitze, warnte Hammerschlag. Der Marburger Bund hat den Arbeitgebern unlängst gar mit einer Urabstimmung über unbefristete Streiks gedroh.

Schon die Gespräche heute wurden von bundesweiten Warnstreiks begleitet, von denen laut Marburger Bund mehr als 200 Krankenhäuser betroffen waren. Allein in Wiesbaden nahmen am Mittag mehr als 1500 Mediziner in weißen Kitteln und mit Transparenten an einem Protestmarsch und einer Kundgebung teil.

Gewerkschaftschef Rudolf Henke bekräftigte bei der Kundgebung die Forderung nach Lohnsteigerungen von durchschnittlich 10,2 Prozent. Zugleich warnte er vor einer weiteren Abwanderung junger Ärzte aufgrund unattraktiver Arbeitsbedingungen.

ase/Reuters

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