Tarifstreit Lokführer starten neue Warnstreik-Runde
Bahnreisende in Dortmund: Streiks sollen Pendler nicht treffen
Foto: Bernd Thissen/ dpaHamburg - Schon zum zweiten Mal in dieser Woche müssen Bahnfahrer am Freitag auf Zugausfälle und Verspätungen zurechtkommen. Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder erneut zu Warnstreiks aufgerufen.
Die Züge sollen in der Zeit zwischen 08.30 bis 11.30 Uhr stillstehen - eine Stunde länger als bei der ersten Warnstreikwelle am Dienstag. Regionale Schwerpunkte sind dieses Mal das Rhein-Main-Gebiet, Stuttgart und Hamburg. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands kann es durch ausgefallene oder verspätete Züge im Fernverkehr zu massiven Behinderungen kommen. Ausgenommen bleibt die Berliner S-Bahn, die aus technischen Gründen ohnehin nur eingeschränkt fährt
Die Deutsche Bahn kritisierte die geplanten Streiks als "so überflüssig wie ein Kropf", sagte eine Bahnsprecherin. "Das Vergießen von Krokodilstränen und öffentliche Beteuerungen der Verhandlungsbereitschaft sind kein Ersatz für tragfähige Angebote", konterte GDL-Chef Claus Weselsky. Die Lokführer nähmen Rücksicht auf Pendler. "Wir haben absichtlich heute eine Zeit gewählt, die den Berufsverkehr nicht mehr tangiert", sagte er. "Wer das also seit gestern Abend 18.00 Uhr weiß, konnte sich heute früh drauf einstellen."
Die Deutsche Bahn kündigte an, mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter einzusetzen, um die Folgen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten. Verstärkt werde vor allem das Service-Personal an den Bahnhöfen und am Info-Telefon. Bei Zugausfällen oder Verspätungen wegen des Streiks könnten sich Reisende Fahrkarten und Reservierung kostenlos erstatten lassen.
Die GDL will einheitliche Tarifstandards für rund 26.000 Lokführer in der gesamten Bahnbranche durchsetzen. Ein Kernpunkt sind einheitliche Einkommen auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn (DB) auch bei privaten Konkurrenten, die teilweise derzeit noch bis zu 30 Prozent darunterliegen.