Tarifstreit: Lokführer wollen mit Bahn verhandeln - DER SPIEGEL
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Tarifstreit Lokführer wollen mit Bahn verhandeln

"Vertrauensbruch", "Täuschung", "Mogelpackung": Die Gewerkschaft der Lokführer attackiert Bahnchef Mehdorn heftig - und erklärt gleichzeitig ihre Bereitschaft, über das neue Tarifangebot des Konzerns zu verhandeln. Damit ist die Gefahr von Streiks vorerst abgewendet.
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Berlin – Zu Beginn der Pressekonferenz sparte GDL-Chef Manfred Schell nicht mit Kritik an Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Man habe Stillschweigen zum DB-Tarifangebot vom 21. November 2007 vereinbart, polterte der Gewerkschafter. Der DB-Vorstand hatte dessen Inhalte jedoch bereits am vergangenen Samstag verkündet, was bei der Gewerkschaft mit "großer, großer Verärgerung" zur Kenntnis genommen wurde. "Das ist ein glatter Vertrauensbruch", sagte Schell.

Darüber hinaus habe sich die Bahn in dem Angebot auch vom Moderatorenergebnis verabschiedet. "In diesem wurde vereinbart, mit der GDL einen eigenständigen Tarifvertrag abzuschließen, der Entgelt und Arbeitszeitregelungen umfasst", sagte Schell. Das Angebot enthalte aber nur pro forma den Begriff "eigenständiger Tarifvertrag".

"Auch die Entgelterhöhung von 13 Prozent ist eine Täuschung", ergänzte Schell. Denn sie setzte sich aus dem bereits bestehenden Tarifabschluss, einer einprozentigen Entgelterhöhung für alle Beschäftigten und einer 2,5-prozentigen Erhöhung für Mehrarbeit zusammen, die ausschließlich vom Fahrpersonal erbracht wird sowie einer Arbeitszeiterhöhung um zwei Stunden, die mit fünf Prozent vergütet wird.

GDL-Hauptvorstand und die -Tarifkommission hätten trotzdem beschlossen, die Tarifverhandlungen aufzunehmen, sagte Schell. Zunächst solle jedoch bis zum kommenden Montag die Rechtsposition des eigenständigen Tarifvertrags geklärt werden. Sollte dabei Übereinkunft erzielt werden, wird auf dieser Basis über Entgelt und Arbeitszeitverbesserungen verhandelt. Wird hingegen keine Einigung über einen eigenständigen Tarifvertrag, der seinen Namen verdient, erzielt, provoziere die Bahn weitere Streiks, erklärte der Gewerkschaftsführer.

Die Bahn hatte heute Morgen das neue Angebot offiziell bestätigt. Danach soll ein eigenständiger Tarifvertrag lediglich innerhalb eines gemeinsamen Tarifwerks in Frage kommen. Daneben beinhaltet das neue Angebot an die Bahn eine Einkommenserhöhung von acht Prozent, wie Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Personalvorstand Margret Suckale in Berlin erläuterten.

Diese acht Prozent beinhalten die bereits mit den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbarte Entgelterhöhung von 4,5 Prozent, weitere 2,5 Prozent durch höhere Zulagen und 1,0 Prozent durch Veränderungen der Entgeltstruktur. Darüber hinaus könnten die Lokführer zusätzliche fünf Prozent Lohnaufschlag erreichen, wenn sie zusätzlich zwei Stunden pro Woche mehr arbeiten. Insgesamt ergibt sich nach Rechnung der Bahn so eine Entgelterhöhung von bis zu 13 Prozent.

mik/dpa/Reuters/ddp

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