Tarifstreit: T-Mobile droht mit Stellenabbau - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tarifstreit T-Mobile droht mit Stellenabbau

In dem zähen Tarifstreit mit Ver.di hat der Mobilfunkanbieter T-Mobile jetzt zu drastischen Maßnahmen gegriffen: Sollte sich die Gewerkschaft nicht kompromissbereit zeigen, müsse der komplette Service-Bereich ausgelagert werden. Betroffen wären bis zu 3000 Mitarbeiter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bonn – Bei Ver.di ist man empört: In den laufenden Gesprächen über Einsparungen habe T-Mobile mit der Auslagerung des kompletten Service-Bereichs mit den Callcentern gedroht, sagte Ver.di-Verhandlungsführer Ado Wilhelm in Bonn der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

T-Mobile bestätigte die Überlegungen, beteuerte aber, "das ist ein Szenario, das T-Mobile eigentlich nicht will". Diese kämen erst dann zum Tragen, wenn sich Ver.di vollkommen bewegungsunfähig zeigt, sagte ein Sprecher. "Unser Ziel ist es, die Callcenter im Konzern zu halten." Laut Ver.di drohte T-Mobile auch mit der Schließung von zwei bis drei Standorten, wodurch 450 Arbeitsplätze wegfallen würden.

Die Verhandlungen sind Teil des im vergangenen Jahr aufgelegten Sparprogramms, mit dem die Kosten bei der Telekom-Tochter um 1,2 Milliarden Euro gesenkt werden sollen. Die Parteien loten derzeit Einsparmöglichkeiten bei den Callcentern aus. Nach Angaben von T-Mobile liegen die Kosten dort um bis zu 40 Prozent über dem Marktdurchschnitt. "Diese müssen daher runter", sagte der Konzernsprecher.

Die Führung von T-Mobile schlug laut Wilhelm unter anderem vor, die Schichtzulage zu streichen und eine zweite Lohnebene mit einer deutlich schlechteren Bezahlung einzuführen. Die Kosten sollten dadurch um 30 Millionen Euro gesenkt werden, sagte Wilhelm. Bislang haben die Arbeitnehmer und Konzernführung nur Annährungen in einigen Punkten erzielt. T-Mobile knüpft nach eigenen Angaben eine Einigung an die Annahme des Gesamtpakets, das Ver.di allerdings ablehnt. In Teilen sei man zu Zugeständnissen bereit, sagte Wilhelm.

Allerdings müssten die Bedrohungsszenarien vom Tisch. In der kommenden Woche wollen die Parteien die Gespräche fortführen.

ase/dpa-AFX