Tarifstreit Ver.di droht mit umfassendem Flughafenstreik
Hannover - Chaos mit Ansage: Ein Streik könnte sogar dazu führen, dass der gesamte Luftraum über Deutschland aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müsste, berichtet die in Hannover erscheinende "Neue Presse" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Nach Informationen der Zeitung soll es bereits ein Vorbereitungstreffen für die Aktion gegeben haben.
Von dem Streik ausgenommen wären allein die Flughäfen mit Haustarifverträgen, also Dresden, Leipzig und Bremen. Sollte jedoch der gesamte Luftraum blockiert sein, dürften auch die Passagiere dort um längere Wartezeiten oder gar Flug-Annullierungen nicht herumkommen.
Welche Berufsgruppen sich beteiligen, sei noch unklar, berichtet die Zeitung weiter. Für die Wirksamkeit eines Streiks kommt es darauf aber auch nicht an. Falls angestellte Bundespolizisten streiken würden, könnte wegen der fehlenden Sicherheitskontrolle niemand mehr an Bord. Sollten Flugzeugabfertiger die Arbeit niederlegen, würden die Maschinen nicht betankt und rangiert, blieben also auf dem Rollfeld stehen. Falls sich auch die Feuerwehr beteilige, müsste sogar der gesamte Flugbetrieb ruhen. Dies könnte dann auch den internationalen Flugverkehr beeinträchtigen.
Nachdem die vierte Verhandlungsrunde am vergangenen Dienstag ergebnislos vertagt worden war, kündigten Ver.di und andere Gewerkschaften für diese Woche massive Warnstreiks an. Von Montag an soll es in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens bundesweit Arbeitsniederlegungen geben. Die Gespräche sollen Ende der Woche fortgesetzt werden.
Die Gewerkschaften Ver.di und dbb Tarifunion fordern acht Prozent mehr Lohn für zwölf Monate, mindestens jedoch monatlich 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber bieten den 1,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen für 24 Monate Laufzeit stufenweise fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Ausweitung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden.
mik/AFP/ddp