Tchibo: Kampf mit Aldi und Lidl - DER SPIEGEL
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Tchibo Kampf mit Aldi und Lidl

Tchibo setzt sein Wachstum fort. Der Umsatz des Kaffee- und Handelskonzerns stieg 2005 um sechs, der Betriebsgewinn um 13 Prozent. Bei Gebrauchsartikeln erwartet Tchibo einen harten Wettbewerb mit Aldi und Lidl.
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Hamburg - Der Kaffeeröster kommt mit dem Ausbau des Auslandsgeschäftes allmählich voran. Im ersten Quartal hat sich das Hamburger Unternehmen dank des wechselnden Angebots von Gebrauchsartikeln in seinen Läden und im Internet von der Konsumflaute im Inland abgekoppelt.

"Unser Ziel ist es, den Auslandsanteil drastisch zu erhöhen", sagte Vorstandschef Dieter Ammer bei der Präsentation der Bilanz für 2005. Dazu soll das in Deutschland, Österreich, der Schweiz und England erfolgreiche Geschäft mit Konsumartikeln und Kaffee behutsam ausgebaut werden. Neue Filialen sollen mit Schwerpunkten in Großbritannien und Polen hinzukommen. In Osteuropa seien auch kleinere Zukäufe von Kaffeeunternehmen denkbar, sagte Ammer. Dagegen soll die Zahl der Läden im Inland nicht mehr wesentlich steigen.

Der Auslandsanteil am Umsatz des Konzerns hat sich 2005 um 2 Prozentpunkte auf 22 Prozent erhöht. Als Zielgröße hatte Ammer im vergangenen Jahr etwa 25 Prozent ausgegeben. Von Überlegungen für eine mögliche Expansion in die USA hat sich Tchibo inzwischen verabschiedet. Ein Aufbau des Geschäfts in China bleibt auf der Tagesordnung.

Im Inland erwartet Tchibo einen härteren Wettbewerb mit den Discountern Aldi und Lidl um das Geschäft mit Gebrauchsartikeln. Gleichwohl wollen die Hamburger ihren Marktanteil noch ausbauen. Zugleich macht dem Konzern, zu dem auch der börsennotierte Kosmetikhersteller Beiersdorf   gehört, die Zunahme von Billigangeboten bei Kosmetikartikeln zu schaffen. "Die Zunahme der Handelsmarken in manchen Bereichen ist Besorgnis erregend", sagte Ammer.

Trotzdem sollen Umsatz und Gewinn in diesem Jahr weiter wachsen. "Tchibo und Beiersdorf sind gut aufgestellt, um Umsatz und Ergebnis trotz schwieriger Marktbedingungen weiter steigern zu können", prognostizierte Ammer. Der Umsatz solle sich etwa so wie in den vergangenen Jahren entwickeln.

2005 verbuchte der Tchibo-Konzern trotz Einzelhandelsflaute einen um 6 Prozent gestiegenen Umsatz von auf 8,8 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) nahm um 13 Prozent auf 868 Millionen Euro zu. Die operative Umsatzrendite legte auf 9,9 (9,2) Prozent zu. Der um Sondereffekte bereinigte Jahresüberschuss kletterte sogar um 17 Prozent auf 511 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 700 auf 29.600.

Beiersdorf fehlen Übernahmeziele

Der Teilkonzern Tchibo gehört mit einem Umsatz von gut vier Milliarden Euro zu den großen Einzelhändlern in Deutschland. Von der Schwäche des angestammten Geschäfts mit Kaffee koppelt sich Tchibo seit Jahren ab und weitet sein Angebot von wie Haushalts- und Textilwaren aus und bietet zudem Mobilfunkdienste, Finanzprodukte und Reisen an.

Für Beiersdorf, an der Tchibo mit 50,5 Prozent die Mehrheit hält, bekräftigte Ammer die Bereitschaft zu Zukäufen. Es fehle bislang aber an geeigneten Kandidaten. "Was auf den Tisch kommt, ist nicht spannend", sagte Ammer. Zuletzt hatte Beiersdorf mit der Übernahme von Uhu als Ergänzung für die Klebstoffmarke Tesa geliebäugelt.

Den zehnprozentigen Anteil der Stadt Hamburg an Beiersdorf wolle Tchibo nicht übernehmen, wenn die Hansestadt verkaufen sollte. Ziel sei, den Streubesitz hoch zu halten, um eine spätere Aufnahme von Beiersdorf in den Dax zu erreichen, sagte Ammer.

itz/mm.de/Reuters

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