Teamwork Information Neue Pleite am Neuen Markt
Frankfurt am Main - Nach einem unter Plan verlaufenen dritten Quartal gebe es die Zahlungsunfähigkeit bekannt, hieß es in einer knappen Mitteilung des Unternehmens. Die Pflichtmitteilung erreichte die Frankfurter Börse etwa eine Stunde vor Börsenschluss. Das Papier brach daraufhin um über 17 Prozent auf 3,55 Euro ein, bevor sie vom Handel ausgesetzt wurde. Im März hatte die Aktie noch 59,50 Euro gekostet.
Teamwork ist mit 320 Mitarbeitern und Töchtergesellschaften in Großbritannien, Frankreich und Polen nach eigenen Angaben einer der führenden deutschen Anbieter von Informations-Managementlösungen für Industrie und Handel. Die Zahlungsunfähigkeit gelte nur für die deutsche Gesellschaft mit 100 Beschäftigten, sagte Unternehmensssprecher Wilfried Eickholz.
Teamwork hatte im ersten Halbjahr einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 8,3 Millionen Euro verbucht. Aufwendungen für die Eingliederung von sechs Akquisitionen sowie umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung hatten im ersten Halbjahr 2000 die Ergebnisentwicklung des Unternehmens belastet. Der Umsatz betrug den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 9,3 Millionen Euro.
Am Freitagmorgen hatte es Spekulationen gegeben, das Konkurrenzunternehmen IntraWare würde die restlichen Aufträge von Teamwork übernehmen. Einen Teamwork-Sprecherin wies die Gerüchte jedoch zurück und sagte, momentan würde an einem "Auffangmodell" für das Unternehmen gearbeitet. Nach ihren Angaben wird es "auf jeden Fall weitergehen".
Über der ebenfalls am Neuen Markt notierte Gigabell wurde bereits am Mittwoch das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Aktien brachen am Donnerstag nach Wiederaufnahme des zuvor mehrere Tage ausgesetzten Handels um 62 Prozent auf 2,80 Euro ein und blieben auch im Freitagshandel auf diesem Niveau.