Technologiewerte: Phantasie kehrt zurück - DER SPIEGEL
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Technologiewerte Phantasie kehrt zurück

Europas Börsen warten in dieser Woche gespannt auf die Ergebnisse der großen Technologie- und Telekomkonzerne. Analysten rechnen mit positiven Impulsen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Am Dienstag werden Deutsche Telekom und SAP mit ihren Jahreszahlen den Reigen eröffnen. Es folgen am Freitag Ericsson und am Dienstag nächster Woche Nokia. "Von den Zahlen dürfte mit abhängen, ob der jüngste Aufwärtstrend bei europäischen Hightech-Werten anhält", sagte Analyst André Jäkel von der BHF-Bank.

Im Grunde dürfte kein Anlass zur Sorge bestehen. Die US-Unternehmen jedenfalls haben mit ihren Jahreszahlen bisher wenig Anlass für Aufregung gegeben. Weder Microsoft, Intel oder I2, noch Commerce One oder Sun Microsystems haben bisher etwas von dem gefürchteten Nachfrageeinbruch zu spüren bekommen. Einzig Dell hat heute eine Gewinnwarnung herausgegeben.

Geringe Erwartungen schützen vor Enttäuschungen

Allerdings haben die Investoren ihre Erwartungen für das vergangene Jahr und die ersten beiden Quartale ohnehin stark zurückgeschraubt, waren also gegen Enttäuschungen gewappnet.

Bestes Beispiel dafür ist SAP. Das Software-Unternehmen hatte vergangene Woche bereits einige Zahlen durchsickern lassen, die die deutlich reduzierten Erwartungen übertrafen. Die SAP-Aktien legten daraufhin kräftig zu. Einige Experten halten weitere Kursgewinne für möglich. "Sollte es SAP gelingen, die Marke von 200 Euro zu überspringen, ist nach oben hin noch einiges möglich", sagte Gero Breuer von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Ob sich der Trend für den gesamten Bereich der Technologie-Aktien fortsetzt, dürfte entscheidend davon abhängen, wie viele Hoffnungen die Unternehmen für die zweite Jahreshälfte wecken können. "Man wird genau hinhören, welchen Ausblick die Unternehmen geben", erklärt Terence Sinclair von der Investmentbank Salomon Smith Barney

Insgesamt sind die Börsenexperten aber zuversichtlich, dass die Kurserholung bei Telekom- und Technologiewerten zunächst anhält. Stimulierend für die Branche dürfte vor allem die Aussicht auf sinkende Zinsen sein.

Für die Nokia-Aktie besteht wenig Spielraum nach oben

Bei Nokia rechnen die Analysten nach Bekanntgabe der Zahlen nur mit geringfügigen Kursreaktionen. Der weltgrößte Handyhersteller hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres die Erwartungen an das weltweite Handygeschäft heruntergeschraubt.

Branchenexperten gehen davon aus, dass der Hersteller mit seiner vorsichtigen Einschätzung die Erwartungen an die Ergebnisse für das vergangene Jahr dämpfen wollte. An der Börse wird Nokia höher bewertet als die beiden Konkurrenten Ericsson und Siemens zusammen. "Daher hat die Aktie wenig Luft nach oben", sagte BHF-Experte Jäkel.

Ungewiss scheint die Lage bei Ericsson. Hier rechnet Theo Kitz von der Privatbank Merck Finck mit einer negativen Überraschung, was das Handygeschäft betrifft. Andererseits setzen Anleger auf die Infrastruktursparte von Ericsson. Denn beim Aufbau von Mobilfunknetzen der nächsten Generation (UMTS) sind die Schweden stark.