Teigwaren-Takeover: Kamps droht feindliche Übernahme - DER SPIEGEL
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Teigwaren-Takeover Kamps droht feindliche Übernahme

Um Kamps scheint eine regelrechte Übernahmeschlacht zu entbrennen. Europas größte Bäckerei will das Barilla-Angebot von zwölf Euro je Aktie nicht akzeptieren.
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Düsseldorf/Parma - Barilla-Finanzvorstand Vittorio Ogliengo nannte das Angebot einen "fairen Preis". Die Offerte von zwölf Euro, die in der zweiten Maihälfte wirksam werden soll, enthalte eine Prämie von 11,3 Prozent gegenüber dem letzten Xetra-Schlusskurs der Kamps-Aktie vor der Ankündigung des Angebots. Ein Kamps-Sprecher verwies allerdings darauf, dass der Backkonzern in der Vergangenheit einen Kurs von etwa 10,50 Euro als deutlich unterbewertet bezeichnet habe. Vorstand und Aufsichtsrat von Kamps kamen am Montag zusammen, um zu beraten.

Der Finanzchef von Barilla zeigt sich dennoch siegessicher: "Wir sind zuversichtlich, die Unterstützung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Kamps AG   zu erhalten. Kamps und Barilla ergänzen sich hervorragend in ihren Marken, Produkten und Märkten." Ogliengo bezeichnete die zwölf Euro je Aktie als unverhandelbaren Endpreis. Der Frage, ob Barilla im Falle einer Absage eine feindliche Übernahme plane, wich der Finanzchef aus. Dem Pasta- und Backwarenhersteller gehören zurzeit bereits 2,07 Prozent von Kamps  . Für die restlichen 97,93 müsste Barilla dem eigenen Angebot zufolge 986 Millionen Euro aufbringen. Die im M-Dax gelistete Kamps-Aktie schoss bis zum Nachmittag um mehr als 15 Prozent auf 12,40 Euro und lag damit bereits über der Marke des geplanten Übernahmeangebotes.

Nach den Plänen der Italiener soll Kamps als dritter Geschäftsbereich neben Barilla (Backwaren und Pasta) sowie GranMilano (Gebäck- und Teigwaren) in die Holding Fin.Ba eingegliedert werden. Dabei werde die Bäckerei seine eigene Firmenidentität behalten. Erfahrungen im Brotgeschäft habe Barilla bereits durch die Übernahme des skandinavischen Brotherstellers Wasa gesammelt.

Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch Barilla gab es bereits seit einiger Zeit. Für den übernahmehungrigen Großbäcker Kamps   wuchs nach Rückgang des Aktienkurses im vergangenen Jahr die Gefahr, schließlich selbst aufgekauft zu werden. Rund 85 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz. Der Jahresüberschuss schrumpfte 2001 durch hohe Firmenwertabschreibungen und durch einen gestiegenen Zinsaufwand auf 5,5 Millionen Euro. Dies ist fast nur noch ein Zehntel des Vorjahresergebnisses von 47,3 Millionen Euro. Der Umsatz von Kamps wuchs 2001 um 14 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Ein Drittel der Erlöse wurde im Ausland erzielt.

Barilla-Finanzchef Ogliengo bezifferte den Schuldenstand der Kamps-Gruppe auf 770 Millionen Euro, deutete aber an, dass dies kein Hindernis für eine Übernahme sein werde. "Wir werden uns an der Schuldenlast beteiligen", sagte er.

Die Barilla-Gruppe, die vor 125 Jahren gegründet wurde und ihre Produkte in 98 Ländern der Welt vertreibt, hat 2001 einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro gemacht. Seit 1997 ist der Nudelhersteller auch auf dem US-Markt präsent und nach eigenen Angaben nach nur fünf Jahren bereits die Nummer eins unter den amerikanischen Pasta-Verkäufern.