Teil II: Vorsicht Fälscher! - DER SPIEGEL
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Teil II Vorsicht Fälscher!

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Theoretisch könnten die Währungsinseln auf dem Balkan trotz Euro-Einführung weiter an der Mark festhalten. Das ist jedoch eher unwahrscheinlich. Bundesbank-Experte Dietrich Hartenstein ist sich sicher, dass auf Dauer alle Länder, in denen die Mark momentan Zahlungsmittel ist, auch den Euro einführen werden. "Es macht keinen Sinn, an der Mark festzuhalten, wenn diese aus dem Verkehr gezogen wird", betont er. Langfristig würden sich auch Nachschubprobleme bei der Mark ergeben, so dass alleine schon aus praktischen Erwägungen eine Übernahme der Euro-Noten sinnvoll sei, so der Währungsspezialist.

Was Mark und Euro so attraktiv macht

Die Mark ist populär, vor allem in Hochinflationsländern. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die heimische Währung wird durch den starken Anker D-Mark stabilisiert, ebenso nähern sich die Inflations- und Zinsraten dem Niveau des eigentlichen Währungsraumes an. "Durch Anbindung an eine starke Währung werden schwächere Volkswirtschaften gezwungen, sich entsprechend ökonomisch auszurichten", erklärt Hartenstein den Effekt für die Balkan-Länder. Wolfgang Petritsch, der Hohe Repräsentant der EU in Bosnien, lobt die Vorzüge dieses Modells: Das Beispiel der konvertiblen Mark in Bosnien-Herzegowina könne als Vorbild für die Schaffung einer monetären Sicherheitszone in Südosteuropa herangezogen werden, betont er.

Nach der Euro-Einführung werden Länder wie Bosnien-Herzegowina oder die Republik Montenegro von der Geldpolitik des Euro-Raums und deren stabilisierenden Effekten profitieren. Auch wenn einige Länder möglicherweise versuchen, sich mit der Euro-Einführung für einen geplanten künftigen EU-Beitritt in monetärer Hinsicht zu qualifizieren - zu einem Umgehen der Maastricht-Kriterien kann es dadurch aus Sicht des Bundesbank-Experten nicht kommen. "Das wird es nicht geben", unterstreicht Hartenstein. "Die Konvergenz-Kriterien für einen Beitritt zur Euro-Zone gelten für alle, da gibt es kein Drumherum."

Falsch, falscher, Fälscher-Banden

Sorgen bereitet den Währungshütern das Thema Fälschung. Die Balkan-Region ist nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA) der größte Unsicherheitsfaktor bei der Euro-Bargeldeinführung. Dort muss daher aus Sicht der Ermittler für Rechtssicherheit gesorgt und die hohe Falschgeldkriminalität eingedämmt werden. Das größte Problem ist jedoch, dass die neuen Euro-Noten noch niemand kennt. Ausgefuchste Balkan-Banden könnten sich so ein lukratives Betätigungsfeld erschließen. Die Bundesbank ist alarmiert, sie will möglichen Missbrauch im Keim ersticken. Dabei setzt sie vor allem auch auf die Wachsamkeit jedes Einzelnen. "Wir stellen uns stur", warnt der Währungsspezialist. "Wer falsche Noten bei uns einreicht, hat den Schaden selbst zu tragen."

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