TelDaFax: Einstweilige Verfügung gegen Telekom - DER SPIEGEL
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TelDaFax Einstweilige Verfügung gegen Telekom

Der Telefondienstleister TelDaFax kämpft ums Überleben. Per einstweiliger Verfügung soll nun die Telekom gezwungen werden, den Dienst wieder freizuschalten. Der Kurs der TelDaFax-Aktie schoss daraufhin in die Höhe.
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Marburg - In der Verfügung des Landgerichtes Köln werde der Telekom aufgegeben, die Zusammenschaltung mit dem Netz unverzüglich wieder herzustellen, heißt es in einer Ad-Hoc-Mitteilung von TelDaFax. Einen genauen Zeitpunkt, wann dies geschehen soll nannte das Unternehmen nicht. "Wir hoffen, dass die Telekom bei der Aufschaltung genauso schnell ist, wie bei der Abschaltung vom Netz", sagte TelDaFax-Sprecher Marcus Hoffmann.

"Sollte das zutreffen, werden wir entschieden dagegen vorgehen", sagte ein Sprecher der Deutsche Telekom auf Anfrage. Es könne nicht sein, dass ein anderes Unternehmen trotz hohem Schuldenstand weiter Leistungen in Anspruch nehmen wolle.

Die Telekom hatte zuvor alle Verbindungen mit dem Anbieter billiger Telefongespräche gekappt. Begründung: TelDaFax habe Rechnungen in Millionenhöhe nicht beglichen. Auch anderen Konkurrenten will der Telefonriese in Kürze den Zugang zum Festnetz verwehren, wenn diese nicht zahlen. Nach Telekom-Angaben stehen Forderungen von über einer Milliarde Mark aus.

Ein TelDaFax-Sprecher hatte als Begründung für den Zahlungsverzug angeführt, dass die Telekom-Rechnungen undurchsichtig und teilweise überhöht seien.

Am Neuen Markt sorgte die Nachricht der einstweiligen Verfügung für einen Kurssprung der TelDaFax-Aktie um 76 Prozent. Marius Hoerner, Analyst bei Lang & Schwarz, rät Anlegern allerdings, die Aktie nicht zu kaufen. Da würden nun Zocker "die schnelle Mark machen", sagte er. Angesichts der einstweiligen Verfügung gegen die Telekom blieb er skeptisch: Die Verfügung sei kein endgültiges Urteil, der Streit zwischen den Unternehmen werde noch Wochen weitergehen.