Telecom Italia: Liebesbriefe aus Bonn? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Telecom Italia Liebesbriefe aus Bonn?

Nach der Übernahme der Telecom Italia durch Pirelli und Benetton wittert Ron Sommer offenbar wieder Morgenluft. Das Engagement bei Italiens größter Telefongesellschaft steht wieder auf der Tagesordnung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Ein Einstieg der Deutschen Telekom   könne durch eine Kapitalerhöhung bei dem italienischen Unternehmen erfolgen, hieß es der "Financial Times Deutschland" zufolge im Umfeld der Deutschen Telekom. Interesse habe die Telekom vor allem an der Mobilfunktochter Telecom Italia Mobile (TIM).   "Der Ball liegt bei Pirelli", erklärte der Informant der "FTD". "Wenn die wollen, dass die Telekom agiert, kann sie das sehr schnell."

Dass die Bonner die unternehmerische Kontrolle über die Telecom Italia   bekommen werden, erscheint indes als eher unwahrscheinlich. In einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" erklärte der Chef der Benetton Familienholding Edizione, Gilberto Benetton, die Familie sehe ihre Beteiligung an der Telecom Italia nicht als reines Finanzinvestment: "Wir sind Industrielle und wollen unsere unternehmerischen Erfahrungen in den Konzern einbringen", erklärte der Edizione-Chef.

Die Beteiligung an TI werde im laufenden Jahr ein Fünftel des Edizione-Umsatzes ausmachen. In den nächsten Jahren solle der Betrag auf ein Viertel steigen. Das Geschäft koste Edizione 1,3 Milliarden Euro, davon eine Milliarde Euro in bar.

Auch für die Mobilfunk-Gesellschaft Blu kommt die Deutsche Telekom als Käufer nicht in Frage. Benetton, der dem "Handelsblatt" bestätigte, dass sich die Familienholding nach dem Engagement bei Telecom Italia von ihrer Beteiligung an Blu trennen wolle, erklärte: "Für Blu ist es wichtig, einen Partner zu finden, der über eine UMTS-Lizenz in Italien verfügt".

Am Wochenende hatte der Reifen- und Kabelhersteller Pirelli zusammen mit der Benetton-Familie die Kontrolle über die Telecom Italia übernommen. Der Versuch der Deutschen Telekom, in Italien Fuß zu fassen, war in den vergangenen Jahren mehrfach gescheitert. Nach der geplatzten Fusion mit Telecom Italia zog sich die Telekom auch aus der italienischen Telefongesellschaft Wind zurück.

Mehr lesen über