Telegate-Prozess: Telekom muss 65 Millionen Euro zurückzahlen - DER SPIEGEL
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Telegate-Prozess Telekom muss 65 Millionen Euro zurückzahlen

Aus dem Schadenersatz-Prozess zwischen Telegate und der Deutschen Telekom ist der Auskunftsdienstleister als klarer Sieger hervorgegangen. Weil der Ex-Monopolist dem Konkurrenten zu viel für die Bereitstellung von Kundendaten berechnete, wird jetzt ein Millionenbetrag fällig.
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Köln - Das Landgericht Köln verurteilte die Deutsche Telekom   heute in erster Instanz zur Rückerstattung der gesamten Datenkosten in Höhe von insgesamt 65,2 Millionen Euro zuzüglich Zinsen.

Telegate ist mit 30 Prozent Marktanteil nach dem Bonner Ex-Monopolisten die Nummer zwei unter den deutschen Auskunftsdiensten. Das Unternehmen aus Martinsried hatte die Telekom im Dezember 2004 auf Rückzahlung von überhöht in Rechnung gestellten Kosten verklagt. Dabei ging es um Teilnehmerdaten aus den Jahren 1996 bis 2004. Nach Bekanntwerden der Nachricht legte die Telegate-Aktie   in Frankfurt um mehr als sechs Prozent zu.

Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs waren die in Deutschland von der Telekom angesetzten Gebühren im europäischen Vergleich jahrelang deutlich überhöht. Vor rund zwei Wochen hat die Bundesnetzagentur erstmals Preise festgelegt. In Zukunft darf die Telekom allen Auskunftsanbietern im Markt nur noch 770.000 Euro anstelle von 49 Millionen Euro pro Jahr für die Bereitstellung der Teilnehmerdaten in Rechnung stellen.

Die Deutsche Telekom will Berufung gegen das Telegate-Urteil einlegen. "Wir werden sämtliche rechtliche Möglichkeiten ausnutzen", sagte ein Sprecher. Das Urteil liege noch nicht vor, die Telekom halte aber die Forderungen von Telegate weiterhin für unbegründet.