Telekom 6000 Beschäftigte im Warnstreik
Bonn Die Warnstreiks seien ein Signal, um dem Konzern zu zeigen, was möglich sei, sagte ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. In den Verhandlungen, die am Montagabend in Berlin fortgesetzt werden sollten, verlangt ver.di eine Lohnsteigerung um sechs Prozent. Der Telekom ist das zu hoch.
Schwerpunkt der Streiks war laut der Gewerkschaft Nordrhein-Westfalen und Bayern. In Nordrhein-Westfalen hätten knapp 1200 Beschäftigte vorübergehend die Arbeit niedergelegt. In Bayern habe es Warnstreiks mit rund 400 Beteiligten gegeben. In Leipzig seien rund 200 Beschäftigte zu einer Kundgebung gekommen.
Bestreikt worden seien auch kundennahe Bereiche, wie die Auftragsannahme, die Montage oder der Service. T-Punkt-Filialen seien hingegen nicht betroffen gewesen, teilte die Gewerkschaft mit.
Streiks sollen ganze Woche fortgesetzt werden
Ver.di kündigte an, die Warnstreiks während der gesamten Woche fortzusetzen, da die Gewerkschaftsvertreter nicht mit einer Einigung bei der für Montag und Dienstag in Berlin angesetzten vierten Verhandlungsrunde rechnen. Wegen der zeitgleich stattfindenden Betriebsratswahlen bei der Deutschen Telekom werde das Ausmaß der Warnstreiks im Vergleich zum Wochenauftakt in den kommenden Tagen jedoch etwas reduziert, hieß es.
Die Telekom habe in den vergangenen drei Verhandlungsrunden lediglich ein "Horrorkatalog" vorgelegt worden, der für einzelne Bereiche Lohnabsenkungen, niedrigere Einstiegsgehälter und Kürzungen von Zuschlägen sowie Arbeitszeiterhöhungen vorsehe.
Nach einem Rekordgewinn von 4,7 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr und einer Dividendenerhöhung von 16 Prozent wollten auch die Beschäftigten einen höheren Anteil am Ergebnis ihrer Arbeit, hieß es bei der Gewerkschaft. "Die Aktionäre bekommen immer mehr Geld hinterhergeworfen, während für die Beschäftigten angeblich nichts übrig ist", erklärte ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder.
Für vierte Runde noch mit keinem Ergebnis zu rechnen
Die Tarifverhandlungen waren am Freitag in Aachen in der dritten Runde ohne Annäherung vertagt worden. Der Konzern hatte der Gewerkschaft nach ver.di-Angaben in den gut dreistündigen Gesprächen kein Angebot vorgelegt.
Die Telekom wolle bald zu einem Ergebnis kommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens, das bislang noch kein Angebot vorgelegt hat. Die Verhandlungen befänden sich aber noch in der Orientierungsphase. Für die vierte Gesprächsrunde in Berlin haben die Tarifparteien zwei Tage angesetzt. Allerdings rechnet ver.di dort noch nicht mit einer Einigung.
ank/ddp/dpa