Telekom-Ausrüster Marconi Schock von der Insel
London - Der operative Gewinn werde sich im laufenden Geschäftsjahr halbieren, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Außerdem rechnet Marconi mit einem Umsatzeinbruch um 15 Prozent. Die Aktien des Telekom-Ausrüsters waren zuvor vom Börsenhandel in London ausgesetzt gewesen.
"Klarerweise werden die Zahlen in diesem Jahr massiv nach unten gehen," sagte Telekom-Analyst Marcus Nash von Morgan Stanley. Die Gewinnwarnung sei jedoch sehr stark ausgefallen. Die Investmentbank war zuvor noch von einem deutlich geringeren Umsatzrückgang von fünf Prozent für das laufende Geschäftsjahr ausgegangen.
Zu den geplanten Streichung von 4000 Stellen hieß es von Unternehmensseite, dies würde weltweit gelten und beträfe auch 1000 Positionen im Management. Vor drei Monaten hatte Marconi bereits den Abbau von 3000 Arbeitsplätzen angekündigt.
Die heutige Entscheidung des Vorstands hat bei den Gewerkschaften für Entsetzen gesorgt. So kurz nach den jüngsten Stellenkürzungen sei nicht mit einer zweiten Runde gerechnet worden, hieß es. "Wir sind schockiert von dieser Nachricht. Wir hätten nicht gedacht, das so etwas passiert," sagte Danny Carrigan von der Gewerkschaft AEEU.
Die Marconi-Gruppe setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Marconi Communications, in dem Glasfaser- und Breitband-Technologien sowie UMTS-Netzwerktechnik angeboten werden; Marconi Systems für Hochtechnologie-Anwendungen in der Mobilkommunikation und Gesundheitstechnik; und Marconi Capital für die Finanzierung entsprechender Technologien. Insgesamt arbeiten für Marconi rund 50.000 Angestellte in 19 Ländern.