Telekom: Bilanztricks vor dem Börsengang? - DER SPIEGEL
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Telekom Bilanztricks vor dem Börsengang?

Die Überbewertung der Immobilien der Deutschen Telekom ist offenbar schon seit 1995 bekannt. Die Bonner Telefongesellschaft wäre demnach mit einer falschen Bilanz an die Börse gegangen.
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Mainz - Dies geht aus einem Bericht des ARD-Magazins "Report" hervor, der am Montagabend ausgestrahlt werden soll. Danach hat das Immobilienvermögen am 1. Januar 1995 mit 35,7 Milliarden Mark in den Büchern gestanden, obwohl Bewertungsfirmen lediglich ein Vermögen von 31,8 Milliarden Mark ermittelt hatten.

Der Unterschiedsbetrag von 3,9 Milliarden Mark sei genau die Summe, mit der die Telekom im Februar dieses Jahres ihre Immobilien überraschend nach unten korrigiert hätte. "Diese Rechnerei ist absurd", sagte ein Telekom-Sprecher zu den von "Report" genannten Zahlen. Die Immobilienbewertung des Unternehmens sei immer stichhaltig gewesen.

In der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom Montag wies auch der Chef des Telekom-Aufsichtsrates, Hans Dietrich Winkhaus, den Vorwurf der Falschbewertung zurück. Es habe keine leichtfertige Bewertung gegeben. Er zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Telekom-Vorstände zugunsten des Unternehmens ausgehen.

Das ARD-Magazin zitierte den Bilanzexperten Wilhelm Strobel mit den Worten: "Wenn die Eröffnungsbilanz um vier Milliarden Mark überzogen ist, hätte die Firma niemals mit dieser Bilanz an die Börse gehen dürfen." Die Telekom hatte im Herbst 1996 mit der bislang größten deutschen Aktienemission den ersten Schritt an die Börse getan.