Telekom-Branche: Die Job-Killer - DER SPIEGEL
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Telekom-Branche Die Job-Killer

Bei einem Unternehmen sollen 4000 Leute gehen, beim anderen 20.000: In kaum einer Branche sind Arbeitsverträge derzeit so wenig wert wie bei Telekomfirmen und ihren Zulieferern. SPIEGEL ONLINE stellt sechs radikale Kürzungspläne vor.
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Kaum sind die Streichlisten vorgestellt, werden sie wieder Makulatur: Der kanadische Telekom-Ausrüster Nortel wollte ursprünglich ein Drittel seiner 95.000 Mitarbeiter entlassen, nun ist von der Hälfte die Rede.

Nicht nur bei den Giganten wird am Personal gespart: Bei der kleinen Telefongesellschaft Talkline etwa muss jeder Vierte um seine Stelle bangen. Das Unternehmen aus Elmshorn will seine Verlust bringenden Internet- und Festnetz-Sparten abstoßen oder stilllegen. Davon wären 400 Beschäftigte betroffen.

Vom Negativ-Trend koppeln sich nur die Wenigsten ab: Es gilt schon als Erfolgsmeldung, wenn der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems die bereits nach unten korrigierten Umsatzschätzungen von Analysten einhalten will.

Die Gründe für den Abwärtsstrudel der einstigen Börsenlieblinge sind vielfältig: Viele größere Telekom-Unternehmen haben für die UMTS-Lizenzen horrende Summen bezahlt; nach ehrgeizigen Zukäufen im Ausland sind Firmen wie die Deutsche Telekom und Vodafone hoch verschuldet. Der Preiskampf bei den Telefontarifen hat die Gewinnmargen gedrückt. Zugleich haben die Unternehmen Millionen in Glasfaser-Netze investiert, die zum Teil - wie in den USA - nur zu fünf Prozent ausgelastet sind. So finden Glasfaser-Spezialisten wie Alcatel und Nortel kaum noch Käufer für ihre schnellen Datenleitungen.

Telekom-Bosse und -Beschäftigte werden wohl noch etliche Monate warten müssen, bis das Jammertal durchschritten ist. Der Telekom-Analyst Wojtek Uzdelewicz von Bear Stearns jedenfalls glaubt: "Die Aussichten im Telekom-Markt verschlechtern sich weiter, und die Konsolidierung bei den Telefonkonzernen steht noch bevor."