Telekom Bund will ganz aussteigen
Washington - Der deutsche Staat werde sich "schrittweise und schnell" von seinem Anteil an der Deutschen Telekom trennen, schrieb Kanzleramtsberater Michael Steiner in einem Brief an das Weiße Haus. Ziel sei es, die Beteiligung "nicht nur auf 25 Prozent, sondern auf null" zu reduzieren, berichtet die "Financial Times", der das Schreiben vorliegt.
Der Verkauf ist notwendig, weil der US-Senat die Übernahme des amerikanischen Telefonanbieters VoiceStream durch ein ausländisches Staatsunternehmen verbieten will. Die Telekom hatte den VoiceStream-Kauf im Juli bekannt gegeben. Die Regulierungsbehörde FCC muss dem aber noch zustimmen. Im Senat wird unter Führung des Senators Ernest Hollings eine Gesetzesinitiative vorbereitet, die darauf zielt, die Übernahme heimischer Telefonkonzerne durch ausländische Unternehmen mit mehr als 25 Prozent Staatsanteil prinzipiell zu untersagen.
In dem Schreiben vom 21. September betont Steiner, die Gesetzesinitiative sei "von einiger Bedeutung für unsere beiderseitigen Beziehungen". Die Staatsbeteiligung an der Deutschen Telekom beeinträchtige aber "in keiner Weise" den freien Wettbewerb auf dem US-Kommunikationssektor. Die Deutsche Telekom ist derzeit noch mehrheitlich in Bundesbesitz. Mit der VoiceStream-Übernahme sinkt der Staatsanteil auf knapp 46 Prozent.
Die Börsenhändler zweifeln jedoch an der Bereitschaft der Bundesregierung. Finanzminister Hans Eichel habe immer betont, dass ein Verkauf beim derzeitigen Börsenklima nicht in Frage käme, hieß es. Die T-Aktie verlor dennoch im Laufe des Tages.