Telekom-Chef Sommer Rücktritt kein Thema
Berlin - Regierungssprecher Bela Anda erklärte am Sonntag in Berlin, die Regierung verwahre sich scharf gegen Einmischungsversuche von Oppositionspolitikern: "Das schwächt das Unternehmen und schadet den Aktionären."
In der Erklärung des Bundespresseamtes hieß es unter anderem, das operative Geschäft der Telekom sei Sache vor allem des Vorstandsvorsitzenden, mit dem die Bundesregierung vertrauensvoll zusammenarbeitet. Personalentscheidungen treffe der Aufsichtsrat "in alleiniger Entscheidung". Die Mitglieder der Bundesregierung würden die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten respektieren und sich jeder Einmischung und Spekulation über Personen entgegenstellen.
Unterdessen steht der Aufsichtsrat offenbar wie ein Mann hinter dem Telekom-Chef. Ein ranghohes Mitglied des Kontrollgremiums sagte der "Financial Times Deutschland": Zwar hat Sommer Fehler gemacht, doch was derzeit gegen ihn läuft, ist eine regelrechte Schmutzkampagne. Einige Medien lassen sich da von der Politik missbrauchen."
Zuvor hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Elmar Müller, der auch Vorsitzender des Beirats der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ist, einen Rücktritt als unausweichlich bezeichnet. FDP-Vizechef Rainer Brüderle hatte Sommer in der "Welt am Sonntag" nur noch eine Galgenfrist eingeräumt.
Der Obmann der Liberalen im Haushaltsausschuss, Jürgen Koppelin, erklärte am Sonntag in Berlin, die FDP werde einen Bericht des Bundesrechnungshofes über die Geschäftspolitik der Telekom in den letzten vier Jahren verlangen. Darin solle auch Stellung dazu genommen werden, ob der Börsenprospekt beim Verkauf von Telekom-Aktien korrekt gewesen ist. Vor wenigen Tagen war der Wert des Immobilienvermögens der Telekom um zwei Milliarden Euro nach unten korrigiert worden und hatte die Talfahrt der T-Aktie zusätzlich beschleunigt.