Telekom: Gewinn auf Pump - DER SPIEGEL
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Telekom Gewinn auf Pump

Gewinn und Umsatz steigen kräftig, und dennoch sind die Analysten nicht begeistert. Telekom-Chef Ron Sommer hat dafür nämlich einen gigantischen Schuldenberg aufgehäuft.
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Bonn - Es waren vor allem Beteiligungen und der Börsengang der Internet-Tochter T-Online, die Umsatz und Gewinn in die Höhe schnellen ließen. Wie der Konzern mitteilte, lag der Konzernüberschuss durch Sondereinflüsse mit rund 16,4 Milliarden Mark um mehr als das Sechsfache über dem Vorjahreszeitraum.

Die Telekom verzeichnete aber auch milliardenschwere Ausgaben im Mobilfunkbereich, was den Schuldenberg auf rund 121,5 Milliarden Mark anwachsen ließ. Der Umsatz des Gesamtkonzerns stieg um 14,5 Prozent auf 57,3 Milliarden Mark. Ohne die erstmals ganz in der Bilanz enthaltenen Firmen One2One, Club Internet und Siris legte der Umsatz noch um 5,5 Prozent zu.

Nach den vorläufigen Daten brachte allein der steuerfreie Verkauf der Telekom-Beteiligung am internationalen Telefondienstleister Global One im ersten Quartal rund 5,7 Milliarden Mark in die Konzernkasse. Mit dem Börsengang von T-Online im April fuhr der Mutterkonzern knapp 5,3 Milliarden Mark ein. Positiv zu Buche schlug auch der steuerfreie Verkauf der Beteiligung am italienischen Mobilfunkbetreiber Wind mit ebenfalls rund 5,3 Milliarden Mark.

Den größten Kundenzuwachs verzeichnete die Telekom im Mobilfunkgeschäft. In Deutschland hat D1 rund 16,1 Millionen Nutzer, die britische One2One steigerte ihre Kundenzahl auf 7,1 Millionen und bei der österreichischen max.mobil sind 1,9 Millionen Kunden registriert. Rund 39 Prozent der Mobilfunkkunden seien außerhalb Deutschlands, gab das Unternehmen an. Die Zahl der Nutzer von T-Online liegt derzeit bei etwa sieben Millionen, hier sind allerdings bereits die Kunden von Club Internet in Frankreich und Ya.com in Spanien eingerechnet.

Der größte Teil der neuen Schulden entstand durch die Bezahlung der deutschen UMTS-Lizenz mit mehr als 16,6 Milliarden Mark. Die mehrheitliche Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream kostete weitere elf Milliarden Mark, für knapp 4,5 Milliarden Mark stockte die Telekom ihre Beteiligung an der ungarischen Telefongesellschaft MATAV auf. Die Belegschaft der Telekom war Ende September noch 129.151 Mitarbeiter stark und ging damit im Verlauf eines Jahres um 13.416 Beschäftigte oder gut neun Prozent zurück.

An der Börse wurden die Telekom-Aktien nach positiver Eröffnung gegen Mittag mit einem deutlichen Abschlag von drei Prozent gehandelt. Von Analysten wurden Gewinnmitnahmen wegen der lediglich bestätigten Erwartungen als wahrscheinlich angesehen. Ein deutliches Abwärtspotenzial gebe es aber nicht, hieß es. Händlern zufolge zeigten sich Anleger auch von der hohen Bruttoverschuldung des Konzerns verstimmt.