Telekom: Kurssturz nach Rücktrittsgerüchten - DER SPIEGEL
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Telekom Kurssturz nach Rücktrittsgerüchten

An den europäischen Aktienmärkten kursieren Gerüchte, Telekom-Chef Ron Sommer könnte zurücktreten. Das Unternehmen dementiert, der Aktienkurs bricht dennoch ein.
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Bonn - "Das ist Quatsch. Die Spekulationen entbehren jeder Grundlage", sagte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek auf Anfrage. Die gegenwärtige Schwäche der Telekom-Aktien sei kein Einzelfall, da die gesamte Branche an den Märkten unter Druck stehe. Im Gegensatz zu anderen Branchenunternehmen sei die Telekom eine "hervorragend finanziert". Es gebe daher keinen Grund für einen Rücktritt.

Zahlreiche Aktienhändler hatten am Morgen von einem am Markt kursierenden Gerücht über einen Rücktritt von Telekom-Chef Sommer berichtet. Die T-Aktie stürzte um rund sieben Prozent auf ein neues Jahrestief von 28,40 Euro ab und erholte sich dann wieder leicht auf knapp unter 29 Euro.

Telekom-Sprecher Ulrich Lissek unterstrich, der gegenwärtige Kurs der Telekom-Aktie habe noch keine Auswirkung auf den angestrebten Kauf des amerikanischen Mobilfunkanbieters VoiceStream. In dem Kaufvertrag ist die Klausel enthalten, dass Neuverhandlungen möglich sind, wenn der Kurs der Telekom-Aktie an fünf Tagen innerhalb von 15 Tagen unter die 30-Euro-Schwelle sinkt. Der Abschluss des VoiceStream-Kaufes sei für den 31. Mai terminiert, sagte Lissek. Bis dahin seien also noch drei Monate Zeit.

Nach Einschätzung von Analysten belasten derzeit die Herunterstufung der T-Aktie durch die Ratingagentur Moody' s und der schwache Börsenstart des Mobilfunkunternehmens Orange das Papier. Einig waren sich die Experten, dass es sich um eine Übertreibung nach unten handelt. Für einen Rücktritt von Sommer sahen sie keinen Grund.

Marcus Schmitz von Hauck & Aufhäuser sagte, nach rund 70 Prozent Kursverlust sei Sommer angeschlagen. Er glaube aber, dass der Telekom-Chef die Unterstützung des Bundes als Großaktionär habe.

Nach Ansicht von Dresdner-Bank-Analyst Chris-Oliver Schickentanz zeigt der Börsenstart von Orange, dass die Märkte den Zukunftschancen des Mobilfunkgeschäftes mittlerweile skeptischer gegenüber stünden. Bisher habe aber gerade das Mobilfunkgeschäft der Telekom die Fantasie der Anleger geweckt.

Generell hält der Experte die Telekom-Aktie für unterbewertet. Vor einem Jahr habe eine regelrechte Euphorie für europäische Telekommunikationswerte geherrscht. Jetzt übertreibe der Markt in die Gegenrichtung. Es herrsche "Riesenpessimismus". Seiner Meinung nach ist es nicht auszuschließen, dass die Kurse der europäischen Telekommunikationswerte noch weiter absacken.