Telekom: Milliarden-Deal mit Kabelnetz - DER SPIEGEL
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Telekom Milliarden-Deal mit Kabelnetz

Die Deutsche Telekom will ihr Kabelnetz bis Ende März zu 85 Prozent verkauft haben. Den Anfang machte das Unternehmen mit dem Verkauf der Mehrheit am Kabelnetz in Nordrhein-Westfalen an die Investorengruppe Callahan.
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Bonn - Der Vertrag zwischen der Telekom und dem britisch-amerikanischen Unternehmen Callahan wurde am Dienstag in Bonn unterzeichnet. Telekom-Vorstandschef Ron Sommer erklärte im Vorfeld der Computermesse CeBIT in Hannover, es sei noch im Verlauf des kommenden Monats mit weiteren Abschlüssen zu rechnen. Bislang hatte die Telekom in drei der insgesamt neun Kabelregionen in Deutschland exklusive Verkaufsverhandlungen mit möglichen Investoren geführt.

Bei der bislang mit Verlust arbeitenden Kabelsparte sei die Ertragswende erreicht worden, sagte Technik-Vorstand Gerd Tenzer. Man sei zuversichtlich, bis Ende März in fünf weiteren Kabelregionen exklusive Verhandlungen mit jeweils einem Käufer zu führen.

Das an die Investorengruppe Callahan verkaufte Kabelnetz in NRW ist das größte Regionalnetz der Telekom in Deutschland. Von den 6,2 Millionen an das Breitbandkabel angeschlossenen Haushalten versorge die Telekom 4,2 Millionen. Die an Callahan verkauften Kapitalanteile in Höhe von 55 Prozent sollen zum 1. Juli 2000 den Besitzer wechseln. Auch in weiteren Regionen wird der Eigentümerwechsel zu diesem Zeitpunkt angestrebt. Spätestens zum Jahresbeginn 2001 will die Telekom die unternehmerische Führung von allen neun regionalen Kabelgesellschaften an Investoren übergeben haben. Tenzer bezifferte den Buchwert des Kabelnetzes auf knapp sieben Milliarden Mark (Stand Ende 1999).

Telekom-Chef Ron Sommer sagte, es werde angestrebt, in weiteren Kabelregionen zunächst 55 bis 65 Prozent der eigenen Kapitalanteile zu verkaufen. Die restlichen Anteile sollen gegebenenfalls bei einem Börsengang bis auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Stimme veräußert werden. Das in den jüngsten Verkaufsverhandlungen erreichte Preisniveau bezeichnete Sommer als auch im internationalen Vergleich zufrieden stellend, nannte aber zunächst keine Details. Der Verkaufserlös werde den eigenen unternehmerischen Spielraum noch einmal vergrößern. Der Wert des gesamten Kabelnetzes war in der Branche auf über 20 Milliarden Mark taxiert worden.