Telekom: Mister T gibt auf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Telekom Mister T gibt auf

Noch vor einigen Tagen wurde über ein Comeback von Jürgen Kindervater spekuliert. Doch der ehemals mächtige PR-Chef der Telekom verlässt das Unternehmen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bonn – Nach dem Abgang seines engsten Vertrauten Ron Sommer galt Kindervater schon einmal als entmachtet. Interims-Chef Helmut Sihler verpassten dem Konzern einen rigorosen Sparkurs und ließ Ulrich Lissek zum Chef der Kommunikationsabteilung aufrücken. Für Kindervater blieb nur die Leitung des Bereiches Sportmarketing, Markenführung und Content übrig.

Doch nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" soll der einst so mächtige Konmunikationschef nur auf seine Chance gewartet haben. Der Telekom-Manager, der auch den Aufbau der T-Marke verantwortete, soll sich demnach mit Mobilfunk-Vorstand Kai-Uwe Ricke zusammengetan haben, um bei dem Bonner Riesen noch einmal das Ruder zu übernehmen. Kindervater gilt im Telekom-Konzern als Urgestein, da er bereits unter dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Helmut Ricke zu dem Vorläufer-Unternehmen Deutsche Post stieß und seit 13 Jahren im Konzern beschäftigt war. Er soll es laut "Berliner Zeitung" auch gewesen sein, der Ricke junior als möglichen neuen Telekom-Chef überhaupt ins Spiel gebracht hat.

Mit solchen Spekulationen und Gerüchten ist jetzt Schluss. Kindervater verlasse zum Jahresende das Unternehmen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Telekom. Der PR-Profi mache sich zwar selbstständig, werde aber herausragende Sponsoraktivitäten des Bonner Konzerns wie die zur Fußballweltmeisterschaft 2006 weiter betreuen.

Ob die Bereiche Presse und Werbung unter dem künftigen Konzernchef wieder in eine Hand gelegt werden, ist noch unklar. Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom wird sich am 14. November mit den Kandidaten für den Vorstandsvorsitz beschäftigen.