Telekom Nur scheinbar gut
Bonn - Die Deutsche Telekom hat im Geschäftsjahr 2000 gegenüber dem Vorjahr ihren Konzernumsatz um rund 15 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro gesteigert und einen vielfach höheren Konzernüberschuss erzielt. Die Telekom teilte am Dienstag in einer Pflichtveröffentlichung in Bonn mit, der Konzernumsatz sei dank Neukonsolidierungen auf 40,9 Milliarden Euro von 35,47 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 1999 gestiegen.
Ohne Neukonsolidierung hätte der Umsatzzuwachs knapp sechs Prozent betragen, hieß es weiter. Den Konzernüberschuss bezifferte die Telekom mit 7,4 Milliarden Euro. Damit lag die Telekom unter den Analystenerwartungen, die zwischen 8,1 und 8,9 Mrd. Euro gelegen.
Die Brutto-Finanzverbindlichkeiten sanken im Berichtszeitraum um 1,8 Milliarden Euro auf 60,3 Milliarden Euro. Die Kundenzahl von T-Online wurde per Ende Dezember 2000 mit 7,9 Millionen nach 4,7 Millionen Ende des Jahres 1999 angegeben.
Die Zahlen deuteten nach Meinung von Analyst André Buse von der Hamburgischen Landesbank auf einen Nettoverlust von einer Milliarde Euro im vierten Quartal hin. "Das operative Geschäft läuft wahrscheinlich nicht so gut, wie die vorgelegten Zahlen auf den ersten Blick vermuten lassen", sagte der Analyst.
Für Analyst Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin bleibt viel Raum für Spekulationen über die Ursachen des teilweise zu niedrig eingeschätzten Quartalsverlusts.
Mehrheitlich gehen die Analysten von weiterhin hohen Kosten für die Gewinnung von neuen Mobilfunkkunden aus. Die Kundenzahl verdoppelte sich im In- und Ausland binnen Jahresfrist auf mehr als 31 Millionen.
Zwei Drittel der Zuwachses stammen den Angaben zufolge aus Deutschland, wo die Gewinnmarge aber nach Angaben der Mobilfunktochter T-Mobil entgegen den Erwartungen zuletzt wieder angestiegen war.
Neben der Bezuschussung neuer Mobilfunkkunden könnte es Analysten zufolge auch bei der Internet-Tochter T-Online zu deutlichen Einbußen durch Anlaufverluste bei ausländischen Töchtern gekommen sein.