Telekom Ratingagentur sieht Probleme
London - Die geplante weitere Expansion werde schwankende Gewinne zur Folge haben, so die S&P-Analysten. Außerdem habe sich das Geschäftsrisiko für das Unternehmen erhöht. Die Ratingagentur setzte deshalb ihre Langzeit-Bewertung von "AA-" auf "A-" herunter, das kurzfristige Rating wurde von "A1+" auf "A2" herabgestuft.
Wichtigste Gründe für diese Einschätzung seien der intensive Wettbewerb auf dem deutschen Markt und die Deregulierung des Festnetzmarktes. Die Telekom erwirtschafte derzeit 74 Prozent ihrer Gewinne in diesem Bereich. S&P erwartet jedoch einen Bedeutungsverlust des Festnetzgeschäftes.
Darüber hinaus sei die Telekom abhängig von steigenden Gewinnen im Mobilfunkgeschäft, um den Druck auf die Margen in anderen Geschäftsfeldern auszugleichen. Im Juni 2000 haben sich die Schulden des Unternehmens auf 41 Milliarden Euro belaufen, wobei erwartet wird, dass die Nettoverschuldung bis zum Jahresende auf 65 Milliarden Euro ansteigen werde. Die hohe Verschuldung sei besonders auf den Erwerb der UMTS-Lizenzen zurückzuführen.
Die S&P-Analysten halten das Geschäfts- und Finanzprofil der Telekom für geschwächt, seit die Deutsche Telekom durch die Liberalisierung 28 Prozent Gewinneinbußen im Jahr 1999 und 13 Prozent im ersten Halbjahr 2000 hinnehmen musste. Die Bilanz könne sich lediglich durch den Verkauf von Vermögenswerten verbessern.
Das Management müsse Vermögenswerte veräußern, um die Bilanz, so die Empfehlung von S&P. Trotzdem werde das finanzielle Risiko insgesamt die Bonitätsbewertung für die nächsten zwei Jahre schwächen.