Telekom: Ricke will neue Übernahmen - DER SPIEGEL
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Telekom Ricke will neue Übernahmen

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke findet den dümpelnden Kurs der T-Aktie "enttäuschend" -und gelobt den Aktionären Besserung. Auf der Hauptversammlung verteidigte er die Massenentlassungen des Konzerns. Und kündigte gleichzeitig neue Zukäufe in Europa an.
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Köln – Für die Deutsche Telekom   rücken Übernahmen wieder stärker in den Fokus. "Wir werden im europäischen Konsolidierungsprozess eine aktive Rolle spielen", sagte der Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke in Köln. Um die Position als größter Telekommunikationskonzern Europas zu behaupten, schließe man Zukäufe ausdrücklich nicht aus – allerdings nicht zu jedem Preis. Entscheidend sei die Kapitalrendite.

Über mögliche Übernahmeziele wollte sich Ricke jedoch nicht äußern. Klar sei nur: Grundsätzlich wolle die Telekom nur dort expandieren, wo sie bereits tätig sei. In diesen Märkten strebe das Unternehmen gemessen am Umsatzanteil führende Positionen an. Die Telekom ist in verschiedenen Ländern West- und Osteuropas sowie mit dem Mobilfunk in den USA tätig.

Im vergangenen Jahr hatte die Telekom gemeinsam mit der niederländischen KPN   die Übernahme von O2 erwogen. Inzwischen wurde der britische Mobilfunkkonzern von der spanischen Telefonica   geschluckt. In Österreich erwarb die Telekom im vergangenen Jahr den viertgrößten Anbieter tele.ring. Vor wenigen Wochen hatte die EU den Erwerb unter einigen Auflagen genehmigt. In der Branche gibt es immer wieder Gerüchte, dass die Telekom die italienische Telecom Italia übernehmen will.

Erneut verteidigte der Konzernchef den massiven Stellenabbau. Vor dem Hintergrund des hohen Wettbewerbsdrucks müssten technische Möglichkeiten, die die Effizienz steigerten, konsequent genutzt werden. Insgesamt will sich die Telekom bis Ende 2008 von 32.000 Mitarbeitern ohne betriebsbedingte Kündigungen trennen. Gleichzeitig sollen 6000 Stellen unter anderem in T-Punkten neu geschaffen werden.

Blackstone schickt Guffey in den Aufsichtsrat

Als enttäuschend bezeichnete Ricke vor einigen Tausende Aktionären die Entwicklung der T-Aktie. Künftig wolle der Vorstand den Unternehmenswert stärker in den Blick nehmen, um so der Aktie auf die Sprünge zu helfen, sagte Ricke: "Die Aktionäre stehen für uns im Fokus." Seit einigen Jahren bewegt sich der Anteilsschein um ihren Ausgabekurs von 14,32 Euro.

Beim zweiten Börsengang im Juni 199 hatte der Ausgabepreis 39,50 Euro betragen, im Jahr 2000 sogar 66,50 Euro. Im Frühjahr 2000 hatte die Aktie ihren Höchststand bei 104 Euro erreicht. Auch der Einstieg der amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft Blackstone hat den Kurs nur kurzfristig beflügelt.

Ricke begrüßte das Engagement des US-Investors. Die Private-Equity-Gesellschaft aus New York soll aufgrund ihres Anteils von 4,5 Prozent an der Telekom auch einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten. Im kommenden Jahr sollen die Anteilseigner über einen Posten für den Blackstone-Vertreter Lawrence Guffey im Kontrollgremium abstimmen, kündigte Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel an.

ank/dpa/Dow Jones