Telekom Schluss mit lustig
Frankfurt am Main - Sihler wolle die Ausgaben für Marketing um rund ein Drittel reduzieren, berichtet die "Börsen-Zeitung unter Berufung auf eine interne E-Mail des Telekom-Chefs an die Mitarbeiter. Insgesamt sollen die Kosten dem Bericht zufolge um mehr als eine Milliarde Euro zurückgefahren werden. Als weitere konkrete Maßnahme sei eine drastische Reduzierung der Aufträge an Beratungsunternehmen vorgesehen.
Die Telekom stehe vor "ernsten Herausforderungen", zitiert die Zeitung den Firmenchef. Der Schuldenabbau müsse schneller vorangetrieben werden. Ende des ersten Quartals standen die Verbindlichkeiten bei 67,3 Milliarden Euro. Früheren Angaben zufolge sollen sie bis Ende 2003 auf 50 Milliarden Euro abgebaut werden.
Die neue Strategie der Deutschen Telekom will Sihler am 21. August anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen vorstellen.
Mit der Kürzung des Werbeetats ist auch eine personelle Umbesetzung verbunden. Der langjährige Leiter der Kommunikationsabteilung, Jürgen Kindervater, werde auf eigenen Wunsch den neuen Zentralbereich Sportmarketing, Content und Markenführung leiten, teilte die Telekom am Mittwoch in Bonn mit. Die Presseabteilung werde künftig von Ulrich Lissek geleitet.
Kindervater gilt als Entwickler der Telekom-Markenstrategie und positionierte das Unternehmen vor allem im Radsport als Sport-Sponsor. In vorstandsnahen Kreisen war mit einem Wechsel von Kindervater gerechnet worden. Als Grund wurde vor allem seine Nähe zu Sommer genannt. Lissek wechselte 1993 von der Tageszeitung "Die Welt" in die Kommunikationsabteilung der Telekom.