Telekom-Servicegesellschaft: Erste Steine sind aus dem Weg geräumt - DER SPIEGEL
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Telekom-Servicegesellschaft Erste Steine sind aus dem Weg geräumt

Die Telekom und die Gewerkschaft Ver.di haben einen ersten Durchbruch bei den Tarifverhandlungen über die Auslagerung von 50.000 Arbeitsplätzen geschafft. Im Vergleich zu den noch bestehenden Differenzen sind das allerdings Lappalien.
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Bad Neuenahr - Die Unterhändler beider Seiten einigten sich heute in Bad Neuenahr auf einen Kündigungsschutz für die betroffenen Beschäftigten bis Ende 2012, vier Jahre länger als das bisher geltende Moratorium. Die Telekom hatte zuletzt einen Verzicht auf Kündigungen nur bis Ende 2011 vorgesehen. Der verlängerte Kündigungsschutz soll ein Ausgleich für Kürzungen der Gehälter und eine Verlängerung der Arbeitszeiten in den ab 1. Juli geplanten neuen Service-Gesellschaften sein. Ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte, das Teilergebnis sei für die Gewerkschaft akzeptabel. Diese Zusage stehe allerdings noch unter dem Vorbehalt einer Einigung über das Gesamtpaket.

Knackpunkte sind dagegen noch die Gehälter und die Arbeitszeiten. Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger erläuterte, es gehe unter anderem auch noch um die Absenkung der Vergütungen und der Einstiegsgehälter sowie um zusätzliche unbezahlte Wochenstunden. Um diese Themen werde noch intensiv gerungen. Die Telekom hatte zuletzt die Grundgehälter der Mitarbeiter in den Callcentern, dem Technischen Service und der Infrastruktur der Festnetzsparte T-Com um neun Prozent senken und die Arbeitszeiten um vier Stunden auf 38 Stunden erhöhen wollen.

Beide Seiten seien in ihrem Marathonlauf über die gefährliche 32-Kilometer-Marke hinweg, kleidete Schröder den Verhandlungsstand am sechsten Tag der Gespräche in ein Bild aus dem Sport. Sie seien jetzt bei Kilometer 34 oder 35: "Das ist die Phase, wo es Kräfte zehrend wird, wo man durchhalten muss." Er konstatierte wechselseitiges Bemühen, eine Einigung hinzubekommen. Man sei aber noch nicht in allen Punkten so weit wie gewünscht.

Sattelberger sagte, die Telekom wolle "bewusst ein Signal setzen, dass ihr die Sicherung der Arbeitsplätze ein großes Anliegen" sei. Die Verhandlungen seien hart, es werde bis spät in die Nacht gearbeitet. Man wolle eventuelle Fallstricke bei der Umsetzung des angestrebten Tarifvertrags schon jetzt ausräumen. "Die schwäbische Gründlichkeit eint uns beide", sagte Sattelberger über seinen Landsmann Schröder. Der entgegnete: "Was uns trennt, ist die schwäbische Sparsamkeit."

Die Gewerkschaft fuhr heute den nunmehr in der sechsten Woche laufenden Streik weiter zurück. Noch etwa 7300 Beschäftigte seien im Ausstand gewesen, sagte Streikleiter Ado Wilhelm am Abend. Morgen sollten es 6000 Streikende sein, am Mittwoch noch 5000.

Am Freitag hatten noch 10.000 Telekom-Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt, an den Tagen zuvor waren es jeweils rund 15.000. Sollte eine Einigung erzielt werden, soll der Streik nach den Worten Wilhelms am Freitag enden. Die Urabstimmung über das Ergebnis ist dann für Ende nächster Woche geplant.

mik/AP