Telekom Sommer fordert weniger Wettbewerb
Berlin - Durch die gegenwärtige Politik der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post sei die T-Aktie durch ein "Belastungspotenzial" von über 25 Prozent gehemmt, so Sommer. Da drei Jahre nach der Öffnung des deutschen Telekommunikationsmarktes längst funktionierender Wettbewerb herrsche, sei es höchste Zeit, die Regulierung zurückzufahren.
Sommer hofft dabei auf die Unterstützung der Politiker. Er habe "quer durch die Parteien" genügend Hinweise dafür, dass ein Abbau der sektorspezifischen Regulierung und die Schaffung einheitlicher europäischer Rahmenbedingungen gewünscht seien. Die "extrem asymmetrische" Regulierung in Deutschland entspreche nicht mehr der Marktrealität. "Wir sind immer noch gezwungen, durch eine Vielzahl von Leistungen die Geschäftstätigkeit unserer Wettbewerber zu unterstützen und zu subventionieren", beklagte der Vorstandsvorsitzende.
"Ich bin nicht die Amme der Wettbewerber", sagte Sommer. Er kritisierte zudem erneut ein nicht verantwortbares Ungleichgewicht im globalen Wettbewerb: Die Telekom erfahre im Ausland nicht ansatzweise die "regulatorische Protektion", wie sie ihre internationalen Konkurrenten in Deutschland genössen. Sommer verwies hier auf Konzerne wie British Telecom, Vodafone oder France Telecom, die über Töchter und Beteilungen wie Viag Interkom, Mannesmann und MobilCom in Deutschland präsent seien.
Vorwürfe der deutschen Konkurrenten, sie würden durch den Bonner Konzern am Aufbau von Übertragungsmöglichkeiten behindert, wies der Vorsitzende scharf zurück: Hier wird querbeet gelogen", sagte Sommer, der die Verantwortung für Probleme bei Netzauf- und -ausbau den privaten Anbietern zuschrieb. Diese seien gewöhnt, "durch lautes Gejammere die nächste Unterstützung zu bekommen".
Stefan Paul Mechnig, vwd