Telekom: Sommer verzichtet auf ein bisschen Gehalt - DER SPIEGEL
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Telekom Sommer verzichtet auf ein bisschen Gehalt

Über die Presse hat Telekom-Chef Ron Sommer angekündigt, er und seine Vorstände würden freiwillig Teile ihres Gehalts opfern. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.
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Hamburg - Er und seine sieben Vorstandskollegen würden in diesem Jahr freiwillig auf den Erhalt von Aktienoptionen verzichten, ließ Sommer die "Bild"-Zeitung wissen. Neben den Vorständen sollen außerdem 3000 weitere Führungskräfte der Telekom   die Hälfte ihrer Aktienoptionen nicht bekommen. Ein entsprechender Vorschlag werde in Kürze dem Aufsichtsrat unterbreitet, heißt es in dem Bericht.

Die öffentlich ins Szene gesetzte Gehaltsminderung hat jedoch einen schalen Beigeschmack. Gleichzeitig hält Sommer nämlich an der Entscheidung fest, die Bezüge der Vorstände von 9,2 auf 17,4 Millionen Euro zu erhöhen - eine Steigerung von 89 Prozent. In diese Summe fließen allerdings auch Abfindungszahlungen für zwei ausgeschiedene Telekom-Vorstände mit ein. Auf der Hauptversammlung hatte Sommer die Gehaltsrunde für die Chefetage noch mit den Worten verteidigt, wenn er sein Gehalt mit anderen in der Branche vergleiche, "bekomme ich einen roten Kopf dabei".

Außerdem wollten sich die Vorstände noch 1,7 Millionen Aktienoptionen gönnen. Nach Berechnungen des Hamburger Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler Michael Adams könnte allein das für 2001 genehmigte Optionsprogramm den Vorstandsmitgliedern bei einer Laufzeit von zehn Jahren einen dreistelligen Millionen-Betrag einbringen. Telekom-Sprecher Ulrich Lissek hält dies jedoch für eine theoretische Rechnung, da die Manager bei den bisherigen Optionsplänen noch nicht zum Zuge gekommen sind. Der Grund ist einfach: Der Kurs der T-Aktie ist meilenweit von dem Ausübungspreis entfernt. 2001 beispielsweise wurde diese Schwelle bei 30 Euro angesetzt.

Mit Aktienoptionen erwerben Firmenchefs das Recht, Wertpapiere ihres Unternehmens zu einem vorher vereinbarten Festpreis zu kaufen. Steigt der Aktienkurs über den Festpreis machen die Manager Gewinn. Bei der Telekom galt bisher, dass die Vorstände ihre Optionen ausüben dürfen, sobald der Kurs der Aktie um 20 Prozent über einen vorher definierten Kurs steigt. Bisher ist nach Angaben von Lissek noch nicht entschieden, zu welchem Ausübungskurs das neue Optionsprogramm aufgelegt würde.

Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber hatte am Montag vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise die Gehaltsentwicklung bei Managern und insbesondere im Vorstand der Telekom scharf kritisiert. "Wenn ich mir anschaue, wie sich die Vorstandsgehälter entwickelt haben, während gleichzeitig tausende Stellen weggefallen sind - da muss ich sagen: Das ist negativ für die Akzeptanz unserer Wirtschaftsordnung", sagte Stoiber in einem Interview des "Manager Magazin". "Es ist den Bürgern nicht zu vermitteln, wenn zum Beispiel bei der Telekom die Vorstandsgehälter um bis zu 89 Prozent erhöht werden, wenn gleichzeitig die Volksaktie, in die viele kleine Sparer ihr Geld gesteckt haben, historische Tiefststände erreicht."