Telekom-Streik Deutsche unterstützen Arbeitskampf
Bonn/Hamburg - 78 Prozent der Bundesbürger haben Verständnis für den Arbeitskampf, wie aus einer Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" hervorgeht. Auf Unverständnis stößt der Streik lediglich bei 19 Prozent. Drei Prozent der Befragten hatten keine Meinung. Für die repräsentative Umfrage wurden zum Streikauftakt in der vergangenen Woche 1003 Bundesbürger befragt.
Im Kampf der Telekom-Mitarbeiter gegen Mehrarbeit und schlechtere Bezahlung haben auch heute wieder tausende Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Wie gestern streiken erneut rund 15.000 Service-Mitarbeiter des Konzerns, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di mit. Laut Ver.di ist ganz Deutschland von den Streiks betroffen. Da die Streikenden auch aus denselben Service-Bereichen der Deutschen Telekom kommen wie bisher, müssen die Kunden weiter mit Beeinträchtigungen rechnen.
Kunden müssen derzeit länger auf Telekom-Techniker waren, um Störungen zu beheben oder ihr Internet oder Telefon anschließen zu lassen. Auch in den Callcentern der Telekom müssen sich Kunden auf längere Wartezeiten einstellen. Laut Telekom und Ver.di gibt es weiter keine Anzeichen für neue Verhandlungen. Dabei stehen beide Parteien auf dem Standpunkt, die jeweils andere Seite müsse den ersten Schritt machen.
Die Telekom verlor in den vergangenen Jahren hunderttausende Kunden. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es weit über 500.000 Menschen. Sie gehen vor allem zu anderen Anbietern. Die Telekom will deshalb Kosten sparen und rund 50.000 Mitarbeiter der Service-Sparten künftig für weniger Geld länger arbeiten lassen. 22.000 der 50.000 Beschäftigten dürfen nach geltender Rechtsprechung streiken.
sam/AFP