Telekom Tarifparteien stimmen Schlichterspruch zu
Frankfurt am Main - Begeistert war Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer vom Schlichterspruch des CDU-Politikers Heiner Geißler nicht: "Eine Erhöhung der Tarifgehälter um drei Prozent ab November ist ein absolut falsches Signal in Richtung T-Com und gefährdet Arbeitsplätze in der Festnetzsparte", schimpfte er. Letztlich beugte sich aber auch die Telekom-Führung dem Vorschlag des Geißlers.
Damit erhalten die 100.000 Mitarbeiter des Konzerns zum ersten November eine Gehaltserhöhung von drei Prozent. Außerdem hatte sich der Geißler Einmalzahlungen von je 350 Euro für die Angestellten beziehungsweise von 635 bis 735 Euro für die Beamten ausgesprochen.
In dem Tarifkonflikt hatte die Telekom Mitte Mai die Schlichtung angerufen, nachdem zuvor die Verhandlungen für gescheitert erklärt worden waren. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hatte das Angebot der Telekom abgelehnt, das aus einer Einmalzahlung und Aktien für die Beschäftigten im Gesamtwert von 1000 Euro pro Mitarbeiter bestand. Ver.di wollte stattdessen über sechs Prozent Lohnerhöhung. Beide Seiten hatten, teilweise von Warnstreiks begleitet, seit Anfang April verhandelt.
Die Telekom befindet sich derzeit mitten in einem umfangreichen Personalumbau. 32.000 Mitarbeiter sollen das Unternehmen bis 2008 verlassen, darunter 10.000 Beamte. Dabei setzt der Konzern auf freiwilliges Ausscheiden über Abfindungen und Teilzeit. Den Beamten bietet die Telekom Frühpensionierungen an. Um dafür die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, verabschiedete das Bundeskabinett am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf.
ase/AFP/ddp