Telekom Tausende beteiligen sich an Warnstreiks
Königswinter - Das Ziel sei ein tariflicher Schutz der Beschäftigten bei der geplanten Ausgliederung der Service-Sparte, sagten Gewerkschaftsvertreter. So fordert die Dienstleistungsgesellschaft Verdi unter anderem einen Erhalt der bisherigen Arbeitsbedingungen der betreffenden Mitarbeiter, der Standorte und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Nach den Sparplänen des Unternehmens sollen etwa 50.000 Mitarbeiter in Servicegesellschaften ausgelagert und dort zu schlechteren Bedingungen beschäftigt werden.
"Die Wut und die Empörung der Beschäftigten sind groß. Sie befürchten, dass sie die Rechnung für jahrelanges Missmanagement zahlen müssen", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Schröder. Die Warnstreiks führten nach Angaben der Gewerkschaft zu "Beeinträchtigungen in den Callcentern und der Rechnungsauskunft sowie zu Verzögerungen beim Kundendienst vor Ort". Den entsprechend schlechteren Service müssten die Kunden allerdings als "Begleiterscheinung von Arbeitskämpfen" hinnehmen.
"Wenn die Telekom nicht einlenkt, werden die Zeichen ganz deutlich auf Streik stehen", kündigte ein Sprecher des Verdi-Landesbezirks Nordrhein-Westfalen an. Bislang habe man die Warnstreiks bewusst auf ausgewählte Betriebe beschränkt, "aber das ist natürlich alles steigerungsfähig. Das kommt darauf an, wie sich die Situation jetzt weiter entwickelt." Momentan sehe es aber "nach verhärteten Fronten" aus.
Die Telekom betonte jedoch, trotz Ausweitung der Warnstreiks an ihren Einsparplänen festhalten zu wollen. "Wir werden uns nicht von unserem Weg abbringen lassen, der letztlich im Sinne aller ist", sagte Telekom-Sprecher Christian Schwolow. Auch die Warnstreiks änderten nichts daran, dass der Konzern seine Arbeitskosten senken und wettbewerbsfähiger werden müsse. Sollte mit Verdi keine Einigung erzielt werden, würden die Umbaupläne zum ersten Juli notfalls auch im Alleingang umgesetzt. "Noch gilt aber, dass wir eine gemeinsame Lösung wollen, das sind wir auch unseren Mitarbeitern schuldig."
Telekom und Verdi verhandelten heute in der dritten Runde über den Tarifvertrag. Bis zum Nachmittag ging es dabei allerdings lediglich um den Ablauf der weiteren Gespräche. Ein Ergebnis war nicht zu erwarten. Ob die Warnstreiks in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, machte die Gewerkschaft von dem Fortgang der Gespräche abhängig.
sam/AP/AFP