Telekom Verlust rauf, Grundgebühr rauf
Bonn Der Verlust könnte bis Jahresende 28 Milliarden Euro betragen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf informierte Kreise. Rund 20 Milliarden davon soll eine Sonderabschreibung auf den Wert von zu teuer eingekauften Tochterfirmen und der milliardenteuren UMTS-Lizenzen ausmachen. Der operative Verlust für 2002 wird in dem Bericht auf bis zu 8 Milliarden Euro geschätzt. Laut "Handelsblatt" sind schon in den ersten neun Monaten 5 Milliarden Euro an Verlusten aufgelaufen. Die Telekom gab zu dem Bericht bisher keinen Kommentar ab.
Die Telekom wollte auch zu einem britischen Zeitungsbericht nicht Stellung nehmen. Die Sonntagszeitung "The Business" hatte ohne Angaben von Quellen berichtet, dass das Bonner Unternehmen seine Investitionsausgaben 2003 um bis zu drei Milliarden Euro auf sechs Milliarden Euro senken will.
"Wir werden am Donnerstag die Überprüfung unserer strategischen Ausrichtung präsentieren. Vorher äußern wir uns nicht dazu", sagte ein Telekom-Sprecher am Sonntag. Neben der Bekanntgabe der Unternehmensstrategie wird für Donnerstag erwartet, dass die Telekom Mobilfunk-Vorstand Ricke als neuen Telekom-Chef präsentieren wird.
Außerdem wurde am Wochenende bekannt, dass die Telekom die Grundgebühr für analoge Telefonanschlüsse erneut um knapp neun Prozent anheben will. Ein Sprecher bestätigte, dass der Konzern bereits einen entsprechenden Antrag bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vorgelegt habe. Die neuen Preise sollen ab 1. Februar 2003 gelten. In einem ersten Schritt hatte die Telekom bereits im Mai dieses Jahres den monatlichen Anschlusspreis um rund fünf Prozent angehoben und dafür die Gesprächstarife um gut drei Prozent gesenkt.
Nun soll die monatliche Grundgebühr für einen analogen Standardanschluss nach Angaben des Unternehmens um 8,6 Prozent auf brutto 14,48 Euro von 13,33 Euro steigen. Eine weitere Verteuerung um 60 Prozent ist demnach beim so genannten Bereitstellungsentgelt vorgesehen: Für die Übernahme eines betriebsfähigen analogen oder ISDN-Anschlusses soll der Kunde künftig einmalig 41,32 Euro zahlen; bislang berechnet die Telekom 25,78 Euro. Auf der anderen Seite sollen die Tarife für Citygespräche - also Telefonate im Orts- und Nahbereich - durchschnittlich um 4,2 Prozent sowie für deutschlandweite Verbindungen um 1,2 Prozent sinken.