Telekom: Vermutlich auch 2002 rote Zahlen - DER SPIEGEL
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Telekom Vermutlich auch 2002 rote Zahlen

Die Deutsche Telekom rechnet mit einem deutlichen Wachstum im Jahr 2002. Der Jahresüberschuss werde allerdings auf Grund von Abschreibungen auf UMTS-Lizenzen und Firmenzukäufe weiter im roten Bereich bleiben.
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Bonn - Zulegen will die Telekom vor allem beim Umsatz und im Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Der Schuldenstand erreichte mit 67,3 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals einen neuen Höchststand.

Für das laufende Jahr rechne die Gesellschaft mit einem Umsatzanstieg von voraussichtlich rund zehn Prozent, sagte Konzern-Chef Ron Sommer am Dienstag in Bonn auf der Bilanzpressekonferenz. In den ersten drei Monaten stieg der Umsatz vor allem auf Grund der Konsolidierung der US-Tochter VoiceStream um 16 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 13,6 bis 13,9 Milliarden Euro gerechnet.

Das bereinigte Ebitda habe in den ersten drei Monaten im einstelligen Prozentbereich zugelegt. "Wir liegen damit vollkommen im Rahmen unserer Erwartungen und gehen von einer Beschleunigung des Ebitda-Wachstums über das laufende Jahr aus", sagte Sommer.

Wie das Unternehmen bereits vor einigen Wochen mitgeteilt hatte, betrug das Ebitda im abgelaufenen Jahr 15,1 Milliarden Euro und der Umsatz 48,309 Milliarden. Mit einem Verlust von 3,5 Milliarden Euro war das Unternehmen erstmals seit dem Börsengang 1996 in die roten Zahlen gerutscht. Sommer hatte daraufhin eine Kürzung der Dividende um 40 Prozent angekündigt.

Umsatztreiber Mobilfunk

Als stärksten Umsatztreiber sieht der Konzern seine Mobilfunksparte T-Mobile International. Der Umsatz hat den Angaben zufolge in den ersten drei Monaten 2002 um 66 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zugelegt. Die US-Tochter habe mit 1,4 Milliarden Euro rund 30 Prozent zum Umsatz beigetragen. Das Ebitda von VoiceStream betrug 106 Millionen Euro nach einem Verlust von 71 Millionen Euro im vierten Quartal.

Im laufenden Jahr rechnet die Telekom mit einem weiteren Zuwachs beim Ebitda. "Wir teilen die Einschätzung der Analysten für das Konzern-Ebitda in 2002. Die aktuelle Spannbreite der Schätzungen reicht von 15,9 Milliarden Euro bis zu 16,9 Milliarden Euro", sagte Eick. Dabei dürfte sich das einstellig prozentuale Wachstum beim Konzern-Ebitda insbesondere im zweiten Halbjahr in ein zweistelliges Wachstum beschleunigen. Bis 2004 gehe das Unternehmen weiterhin von einem zweistelligen durchschnittlichen prozentualen Zuwachs bei Umsatz und Ebitda aus.

Telekom hält an Schuldenzielen fest

Die Telekom bekräftigte außerdem trotz eines neuen Höchststands der Verbindlichkeiten ihr Ziel, die Schulden bis Ende 2003 auf 50 Milliarden Euro zu reduzieren. Ende des ersten Quartals summierten sich die Nettoverbindlichkeiten auf 67,3 Milliarden Euro. Der Konzern werde "auch ohne den Börsengang von T-Mobile sein Schuldenziel erreichen", sagte Sommer. Die Mobilfunksparte werde an die Börse gebracht, wenn sich die Stimmung an den Kapitalmärkten wieder aufhelle.

Der Schuldenabbau soll vor allem durch den Verkauf von Randbereichen forciert werden. Allerdings sieht sich die Telekom dabei nicht unter Zeitdruck. Wie in der Vergangenheit werde ein guter Preis für Verkäufe ausgehandelt, sagte Sommer. "Durch den Verkauf der Immobilien wollen wir 2002 und 2003 im Schnitt rund drei Milliarden Euro einnehmen." Im abgelaufenen Jahr erlöste der Konzern durch den Verkauf von Immobilien 600 bis 700 Millionen Euro.

Neben den Liegenschaften stehen aber auch weitere Beteiligungen auf der Verkaufsliste. Als ein Beispiel gilt die zweiprozentige Beteiligung an France Télécom SA, für die die Telekom eine Verkaufsoption Anfang 2003 verfügt. Der Marktwert liegt bei rund einer Milliarde Euro. Ob die Telekom ihre Option wahrnehme, hänge vom Marktumfeld ab, hieß es.

Verhandlungen über Verkauf der Kabelsparte laufen

In den Verkauf der sechs TV-Kabelgesellschaft ist offenbar frischer Wind gekommen. "Wir sprechen mit mehr als zwei Parteien über den Kabelverkauf", sagte Eick. Was nicht in diesem Jahr veräußert werde, werde 2003 verkauft. Verhandlungspartner nannte er nicht. Als mögliche Käufer gilt die Deutsche Bank  .

An der Börse musste die Telekom-Aktie   am Dienstag Verluste hinnehmen. Bis 15.30 Uhr verlor das Papier 1,92 Prozent auf 16,38 Euro, während der Dax 0,7 Prozent auf 5169,28 Punkte verlor. Händler begründeten den Kursverlust mit den mäßigen Quartalszahlen und dem unverändert hohen Schuldenstand.