Telekom: Vier Augen sehen mehr als zwei - DER SPIEGEL
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Telekom Vier Augen sehen mehr als zwei

Wegen des Streits um das Immobilienvermögen will die Deutsche Telekom ihre Bilanz einem zweiten Wirtschaftsprüfer vorlegen. Zuvor hatte sie die Analysten bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen positiv überrascht.
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Bonn - Der Hauptversammlung werde die Bestellung eines unabhängigen Gutachters vorgeschlagen, kündigte Vorstandschef Ron Sommer am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Bonn an. Mit diesem Vorschlag will Sommer bereits im Vorfeld der Versammlung Ende Mai die kritischen Aktionärsvertreter beruhigen. Eine Sonderprüfung, wie von einigen Aktionärsvertretern gefordert, lehnte der Telekom-Chef dagegen ab.

Nach Angaben von Finanzvorstand Gerhard Eick wird Ernst & Young der zweite Abschlussprüfer sein. Bislang habe die Telekom mit der US-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft keine Geschäftsbeziehungen gehabt. Sommer betonte erneut, dass die Bilanzen des Unternehmens stets korrekt und gewissenhaft aufgestellt wurden. Die Telekom und ihr Vorstandsvorsitzender waren im Februar in die Schusslinie der Kritik geraten, nachdem das Unternehmen den Wert ihrer Immobilien um zwei Milliarden Euro nach unten korrigiert hatte.

Erstes Quartal im Rahmen der Erwartungen

Zuvor hatte die Telekom mitgeteilt, dass der Konzernüberschuss im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 18 Prozent auf rund 450 Millionen Euro gestiegen sei.

Einschließlich Goodwill-Abschreibungen und UMTS-Kosten ergibt sich ein Minus von 0,4 Milliarden Euro - deutlich niedriger als das Minus von einer Milliarde im vierten Quartal 2000. Der Umsatz erhöhte sich um 16 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro.

Händler sagten, der Umsatz liege im Rahmen der Erwartungen. Das Ergebnis sei dagegen positiv zu bewerten, da der Negativtrend im Vergleich zum vierten Quartal 2000 gebrochen worden sei. Die Dividende soll unverändert 0,62 Euro betragen.

Die Nettoschulden nahmen den Angaben zufolge in der Berichtszeit "lediglich um 0,6 Milliarden Euro zu". Beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erwartet der Konzern für das Gesamtjahr Verbesserungen im zweistelligen Prozentbereich. Diese würden im Wesentlichen aus der Verbesserung bei der T-Mobile International erwartet. Bei der Mobilfunktochter wuchs das Ebitda um 68 Prozent auf rund 590 Millionen Euro.